Von den allgemeinen gegenseitigen Pflichten zwischen Mann und Frau

2009 Juli 5
by soulshappiness

oddDie erste, höchste, oberste und absolut wichtigste allgemeine gegenseitige Pflicht zwischen Mann und Frau ist die eheliche Einheit, in welcher Ehemann und Frau sich einander als ein Fleisch betrachten, und dementsprechend die unverletzliche Einigkeit in die sie zusammengefügt wurden erhalten. Diese eheliche Einheit ist so wichtig, dass sie nicht einmal aufgebrochen werden darf, wenn einer von beiden Christ und der andere ein Heide ist. Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat [sagt der Apostel] und sie willigt ein, bei ihm zu wohnen, so entlasse er sie nicht. Und eine Frau, die einen ungläubigen Mann hat, und der willigt ein, bei ihr zu wohnen, entlasse den Mann nicht (1. Korinther 7:12-13).

Die zweite allgemeine gegenseitige Pflicht ist eheliche Keuschheit. Keuschheit wird zu einem grossen Teil für alle Formen der seelischen und körperlichen Reinheit verwendet: in diesem Zusammenhang nennt der Apostel die Kirche Gottes auch ein keusche Jungfrau (2. Korinther 11:2).

  1. So ist die Keuschheit nun für das Leben einer alleinstehenden Person gegen die Unzucht. Paulus war solch ein alleinstehender, und so wünscht er auch, dass alle so wären wie er (1. Korinther 7:7).
  2. Für verehelichte Menschen richtet sich die Keuschheit gegen ausserehelichen Sex, auf dass sie ihre Körper nicht durch fremdes Fleisch besudeln.

Das Gegenteil der ehelichen Keuschheit ist Ehebruch. Keine andere Sünde wird in der Heiligen Schrift so sehr verurteilt, wie Ehebruch. Die Abscheulichkeit des Ehebruchs liegt darin, dass sie nicht nur gegen Gottes Heiligkeit, den Partner und das eigene Fleisch sündigt, sondern auch gegen jede Person der heiligen Dreieinigkeit: den Vater [dessen Bund gebrochen wird], den Sohn [dessen Glieder, zu Gliedern einer Hure gemacht werden], und den Heiligen Geist [dessen Tempel beschmutzt wird].

Weshalb Gott auch dementsprechend mit dieser Sünde verfährt. In Seiner Seele hasst Er sie. Diese Sünde gilt als einer der wichtigsten Gründe der grössten Gerichte, die der Welt jemals auferlegt wurden: der Sintflut, dem Schwefel- und Feuerregen auf Sodom und Gomorra,… Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten (Hebräer 13:4). Jetzt überlege Dir was über Gottes Zorn gesagt wird, es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen! (Hebräer 10:31).

Um diese abscheuliche Sünde zu verhindern, musst Du Dein Herz gewissenhaft bewahren, damit daraus keine lustvollen Gedanken aufsteigen. Gleiches gilt für Deine Augen, damit sie nicht die Schönheit einer anderen Person oder wolllüstige Bilder streifen; Deine Ohren, damit sie nicht auf Verlockungen anderer hören; Deine Zunge, damit sie keine unkeuschen Dinge von sich gibt; Deine Hände, damit Du sie nicht zu liederlichen Liebesspielen nutzt; Deine Füsse, damit sie Dich nicht an einen Ort bringen, an dem Ehebruch begangen wird; Deine Gesellschaft, damit Du nicht durch ihre Unreinheit beschmutzt wirst; Deine Kleidung, damit sie nicht auffällig und geschmacklos, und lüstern ist; und Deine Zeit, damit sie nicht sinnlos und faul verbracht wird.

Einer der besten Heilmittel, die verheirateten Personen verschrieben werden kann, ist, neben einer Ehrfurcht Gottes, dass Ehemann und Ehefrau sich an einander erfreuen, und eine reine und inbrünstige Liebe zueinander erhalten.

Wenn also jemals Anzeichen der Zwietracht auftauchen sollten, so sage, lass keinen Streit zwischen Dich und mich kommen, denn wir sind Mann und Frau: nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.

Eine weitere Pflicht ist es, dass sie zusammen wohnen. Die Befugnis, die sie über den Körper des anderen haben und die Vorteil, welchen sie dem Satan durch ein entzweites Leben geben, zeigt die Notwendigkeit dieser Pflicht auf. Die Frau verfügt nicht über ihren eigenen Leib, sondern der Mann; ebenso aber verfügt auch der Mann nicht über seinen eigenen Leib, sondern die Frau. Entzieht euch einander nicht, es sei denn nach Übereinkunft eine Zeit lang, damit ihr euch dem Gebet widmet und dann wieder zusammen seid, damit der Satan euch nicht versuche, weil ihr euch nicht enthalten könnt (1. Korinther 7:4-5).

Der Grund weshalb Mann und Frau sich in gegenseitiger Fürsorge zu üben haben, ist im Allgemeinen das Wohl des anderen. Nun erstreckt sich das Wohl des Menschen auf Seele, Körper, den guten Namen und Güter. Eine Pflicht, welche sich auf all diese Dinge abzielt ist das Gebet. Petrus erwartet von Mann und Frau solch eine Zuwendung, damit ihre Gebete nicht verhindert werden (1. Petrus 3:7), wobei er voraussetzt, dass Gebet eine Pflicht ist, die man dem anderen schuldig ist.

Es gibt allerlei notwendige Segen, für welche Ehemänner und -frauen beten sollen, die lediglich für sie selbst bestimmt sind. Es ist also nur allzu angebracht, dass diese Dinge in privaten Gebeten zwischen den beiden geäussert werden. Wie etwa

  1. Dass sie, ebenso wie sie beide ein Fleisch sind, auch ein Geist werden mögen.
  2. Dass ihr Ehebett geheiligt sein möge: und da es durch Gottes Anordnung ist, so möge es durch ihren guten Gebrauch auch ein unbeflecktes Bett sein.
  3. Dass sie Kinder haben mögen, und dass diese auch Erben der Erlösung sein mögen.
  4. Dass Gott sie dazu befähigen möge, in dieser Welt für ihre Familie aufkommen zu können.

Von dieser allgemeinen Pflicht des Gebets kommen wir nun zu den speziellen Teilen der gegenseitigen Fürsorge von Mann und Frau. Hiervon ist etwas mit Abstand am wichtigste und muss als erstes erstrebt werden – das Wohl der Seele des anderen.

Falls einer ein Gläubiger ist und der andere nicht, so muss der Gläubige all seine Mittel dazu einsetzen, den anderen ebenfalls zum Glauben zu bringen. Falls beide glauben, so muss es ihre gegenseitige Sorge sein, sich in ihrem heiligsten Glauben zu ermahnen und zu erbauen. Dazu gehört, dass sie sich gegenseitig helfen, Sünden zu verhindern bevor sie begangen werden, und ebenso alles zu tun was möglich ist, nachdem Sünde begangen wurde.

Falls nun einer von ihnen sich der Betrunkenheit, Habgier, oder einer anderen Sünde hingibt, so soll nun der andere ihn durch weise und sanfte Beeinflussung (soweit er eben kann) von diesen Sünden anhalten.
Es ist aber nicht genug, den anderen von den Dingen abzuhalten, die seinem Wachsen in Gnade im Wege stehen könnten, sondern es müssen auch Dinge unternommen werden, die dem anderen dabei helfen in Gnade zu wachsen. Diese Pflicht mag durch diese Mittel besser erfolgen:

  1. Dadurch, dass man den Beginn und das kleinste Mass an Gnade bemerkt und anerkennt.
  2. Durch häufige offene Gespräche, die diese Dinge betreffen.
  3. Indem man danach strebt, für den anderen ein Vorbild an Frömmigkeit zu sein.
  4. Indem man Übungen der Religion, wie Beten, Psalme singen, das Wort lesen und dergleichen, gemeinsam tut.
  5. Indem man heilige und religiöse Handlunge in der Familie pflegt. Obwohl diese Pflicht speziell dem Mann zusteht, muss die Frau in doch daran erinnern, falls er es vergessen sollte, und muss ihn dazu ermutigen, falls er die Motivation verlieren sollte. So tat es auch die Schunemiterin (2. Könige 4:9-10).
  6. Indem man sich gegenseitig dazu bewegt in das Haus Gottes zu gehen, das Wort zu hören, an den Sakramenten teilzuhaben und allen anderen Formen des öffentlichen Gottesdienstes beizuwohnen.

Nach dem Wohl der Seele folgt das körperliche Wohl. Hier müssen Mann und Frau sich ihre Fürsorge zeigen, und tun was dem Wohl des anderen dienlich ist und ihn nähren und pflegen. So wie der Apostel Paulus sagt, niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es (Epheser 5:29). Nun, Mann und Frau sind ein Fleisch.

Die Fürsorge geht auch weiter und erstreckt sich auf den Ruf des Ehepartners. Ein guter Name ist ein äusserst kostbarstes Gut: Besser ein guter Name als gutes Salböl (Prediger 7:1), welches einen süssen Duft gibt. Ein guter Name ist vorzüglicher als großer Reichtum (Sprüche 22:1).

Dafür müssen Männer und Frauen berücksichtigen, dass sie auf keinen Fall daran Freude haben dürfen, anderen die Schwächen und Unvollkommenheiten des Partners, oder eine andere Sache die seinen Ruf schädigen könnte, kundzutun. Vielmehr müssen sie diese soweit decken und verbergen, wie sie es mit einem guten Gewissen tun können.

Eine Pflicht, die Mann und Frau gemeinsam tun müssen ist die Fürsorge um die Familie und deren Leitung. Obwohl der Mann ohne Frage das Oberhaupt der Familie und wie ein König in seinem Haus ist, muss doch die Frau, als seine Hilfe, über das Haus herrschen. Daher wird die Frau in der Schrift auch Hausherrin genannt.

Fragen: Ist es denn nicht so, dass Frauen weder lehren, noch Autorität über den Mann ausüben dürfen?
Antwort: Dieses Lehren bezieht sich auf öffentliche Versammlungen und Kirchen, wo sie nicht lehren darf, aber nicht auf private Familien, in welchen sie lehren darf und soll.

Frage: Mindert denn die gemeinsame Leitung der Familie nicht die Würde und Autorität des Ehemannes?
Antwort: Nichts ist weiter davon entfernt, denn sie ist ihrem Ehemann untergeordnet, und muss folglich so über andere herrschen, als ob sie ihrem Mann untergeben wären. Sie darf also nichts befehlen, was gegen seinen Entscheid gehen würde (vorausgesetzt natürlich, dass sein Entscheid sich nicht gegen den Herrn und Sein Wort richtet).

Die nächste gemeinsame Pflicht bezieht sich auf ihr Haus. Ob es nun Verwandte, Bekannte oder Fremde sind, so muss ihnen, besonders wenn es sich um Heilige handelt, Gastfreundlichkeit entgegengebracht werden.

Und zum Schluss soll gesagt sein, dass es nichts gibt, worin Mann und Frau ihrem Haus mehr Gewinn einbringen können, als wenn sie den Armen geben: das was den Armen gegeben ist, ist dem Herrn geliehen und soll mit grosser Mehrung zurückgezahlt werden.

Soli Deo Gloria

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