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	<title>Soul&#039;s Happiness &#187; Apologetik</title>
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		<title>Sola Scriptura &#8211; eine Einbildung die die Welt veränderte</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jul 2011 17:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hildibod</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apologetik]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Systematische theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ehemaliger Calvinist möchte ich in diesem Post die grundlegende protestantische Lehre aus katholischer Sicht untersuchen und somit den ein oder anderen lieben Freund ins Grübeln bringen &#8211; ich sehe ja, dass sich noch ein paar reformierte Seelen aus Deutschland und der Schweiz auf SH verlaufen. Wer wär ich denn, wenn ich diese Chance nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=soulshappiness.ch&amp;blog=1863175&amp;post=1786&amp;subd=soulshappiness&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Sola Scriptura" src="http://soulshappiness.files.wordpress.com/2011/07/sola-scriptura.jpg?w=320&#038;h=311" alt="" width="320" height="311" />Als ehemaliger Calvinist möchte ich in diesem Post die grundlegende protestantische Lehre aus katholischer Sicht untersuchen und somit den ein oder anderen lieben Freund ins Grübeln bringen &#8211; ich sehe ja, dass sich noch ein paar reformierte Seelen aus Deutschland und der Schweiz auf SH verlaufen. Wer wär ich denn, wenn ich diese Chance nicht nutzen würde <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Einleitung: Ist bei Protestanten Hopfen und Malz verloren?</strong><br />
Seitdem ich vor mehr als einem Jahr der Reformation den Rücken gekehrt und mich der Kirche Gottes zugewandt habe, begegne ich immer wieder erstaunten Geschwistern, die es kaum glauben können, dass sich jemand aus einer Freikirche &#8211; noch dazu ein Calvinist &#8211; zum katholischen Glauben bekehrt. Das liegt wohl nicht daran, dass sie sich ihres eigenen Glaubens unsicher wären, sondern vielmehr sind sie überrascht, dass irgendetwas die protestantische Beharrlichkeit darauf falsch zu liegen durchbrechen kann. Gleichzeitig wurde mir sehr schnell klar, dass die meisten Katholiken schlicht keine Ahnung haben was der Protestantismus eigentlich ist und was dessen Anhänger glauben. Wenn also Katholiken aus katholischen Elternhäusern ihre Diskussionen mit Protestanten haben, so entstehen die Verständnisschwierigkeiten oft daraus, dass man keine gemeinsame theologische Basis für Argumentationen hat &#8211; obwohl man doch die selben Worte verwendet (das gleiche trifft auch auf die Nachfolger Mohammeds zu). Wenn man also bedenkt, dass es inzwischen um die 30&#8217;000 untschiedliche protestantische Gemeinschaften gibt (von welchen jede selbstverständlich für sich behauptet, die Heilige Schrift als einzige korrekt zu verstehen), begreift man leicht wieso es zu Verwirrungen kommen kann.</p>
<p><span id="more-1786"></span>Trotz aller Hindernisse gibt es dennoch Hoffnung für Protestanten. Jene, die auf der Suche nach wahrem Gottesdienst und dem uralten christlichen Glauben sind, finden sich immer wieder vor den Pforten der katholischen Kirche &#8211; oder wie in meinem Fall auch innerhalb der Klostermauern. Obwohl in der Schweiz Gemeinden wie ICF und unzählige Pfingstgemeinschaften gerade bei jungen Leuten grossen Zulauf finden, gibt es doch auch viele, die sich nicht länger mit den Widersprüchen und der Launenhaftigkeit der zeitgenössischen protestantischen Theologien zufrieden geben wollen. Aber wenn die katholische Kirche diesen Menschen ihre Türe öffnen will, muss jeder einzelne Katholik dafür auch vorbereitet sein, denn die Leute haben Fragen! Gerade während meinen Jahren in England und Basel habe ich gelernt, dass diese Menschen ihre Bibeln weitaus besser kennen, als so manch ein katholischer Christ, dass sie an Kirchengeschichte interessiert sind (natürlich erst ab 1517) -  dass sie ernsthafte Suchende nach der Wahrheit sind.</p>
<p>Ich hatte es bereits schon angesprochen, dass es eine riesige Zahl an protestantischen Gemeinschaften gibt. Wie eine Hydra der griechischen Mythologie bekommen diese immer neue Köpfe, sobald man den einen abgeschlagen hat. Und dies ist sogleich auch das augenfälligste Charakteristikum des Protestantismus &#8211; seine inneren Widersprüche und Schismen. Um all diese individuellen Glaubensdifferenzen verstehen zu können, müsste man die Geschichte des Protestantismus und dessen Entwicklung verstehen, und dabei gleichzeitig mit den tagesaktuellen Änderungen der protestantischen Theologie Schritt halten (z.B. wird Christi Werk am Kreuz von einem britischen Pfarrer der Emerging Church als &#8220;kosmische Kindesmisshandlung&#8221; bezeichnet). Man kann es sich aber auch leicht machen und an die Wurzel gehen, zu jener Annahme, welche alle Gruppen, welche sich als &#8220;protestantisch&#8221; bezeichnen, mit einander vereint. Nämlich der Lehre, dass die Heilige Schrift der einzige unfehlbare und hinreichende Massstab für Doktrinsfragen ist. Alle protestantischen Gruppen müssen schlussendlich glauben, dass sie allein die Bibel richtig verstehen (ansonsten würde sich eine weitere Abspaltung bzw. Neugründung nicht rechtfertigen lassen). Und obwohl sie alle darüber nicht miteinander einverstanden sind, was die Bibel sagt, stimmen sie doch alle darin überein wie man die Bibel zu interpretieren hat &#8211; jeder für sich! und nicht im Lichte der Tradition der Kirche. Sobald man diesen grundlegenden Punkt verstanden hat, scheinen selbst Baptisten und Zeugen Jehovas nicht allzu unterschiedlich zu sein, wie sie nach aussen wirken. In den Debatten über den freien Willen, werfen sich z.B. Calvinisten und Arminianern seit etwa 400 Jahren unterschiedliche Bibelzitate an den Kopf, welche ihre jeweilige Überzeugung untermauern sollen. Und wenn nun beide Debattierer intellektuell auf einer Höhe stehen, werden solche Diskussionen zu keinem Ziel kommen, weil beide auf ihrer Herangehensweise an die Heilige Schrift übereinstimmen. Und keine Gruppe stellt diese gemeinsame Grundlage in Frage und begreift, dass sie alle einem fehlerhaften Ansatz der Bibelinterpretation verfallen sind. Hierin liegt des Herz der Hydra der Häresien: Stich ihr ins Herz und all ihre Köpfe werden gleichzeitig leblos zu Boden fallen.</p>
<p><strong>Weshalb Sola Scriptura?</strong></p>
<p>Als ich mich vor meinen protestantischen Freunden erklärt habe, dass ich mich nicht mehr als einer von ihnen bezeichnen kann, habe ich meine Entscheidung sowohl auf der Schrift, als auch auf den Büchern der Kirchenväter fundiert. Natürlich hat das keiner von ihnen als legitim akzeptiert. Vielmehr wurde behauptet, ich sei in &#8220;gefährliche Kreise&#8221; des &#8220;Antichristen in Rom&#8221; geraten. Wenn man als katholischer Christ also verstehen will, weshalb Protestanten glauben was sie glauben, kommt man an Martin Luther nicht umher. Für Luther war es die Tradition, die zum sittlichen Verfall des Spätmittelalters und schliesslich den Verfallserscheinungen in der katholischen Kirche führte (Erkaufung geistlicher Ämter, Vergabe dieser Ämter innerhalb einer Familie, mangelhafte Bildung im Klerus, Konkubinat mancher Priester, Sittenverfall selbst am päpstlichen Hof und politische Instrumentalisierung kirchlicher Personen). Wenn er nun wirklich die Kirche reformieren wollte, musste er dies mit der Heiligen Schrift untermauern. Jedoch hatte Luther nie wirklich vor, die Tradition vollständig zu verbannen und die Schrift <em>einzig und allein</em> zu nutzen. Leider wurde seine Rhetorik jedoch von den nachfolgenden Reformatoren (Calvin und Zwingli) radikalisiert und Sola Scriptura zu seinen logischen Schlussfolgerungen geführt. Die Doktrin der Sola Scriptura basiert auf einigen Denkfehlern, die wir uns jetzt anschauen wollen.</p>
<p><strong>1. Denkfehler: Die Bibel ist allgenugsam</strong></p>
<p>Die Doktrin der &#8220;Schrift allein&#8221; setzt voraus, dass die Bibel in sich alles besitzt, was für das christliche Leben gebraucht wird, also alle Informationen, die für wahren Glauben, Frömmigkeit und Gottesverehrung gebraucht wird. Dazu wird meistens der Zweite Timotheusbrief (3,15-17) zitiert:</p>
<blockquote><p>&#8230; denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, damit du durch den Glauben an Christus Jesus gerettet wirst. Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein.</p></blockquote>
<p>Die Reformation nutzte diesen Abschnitt, um für Ihre Sola Scriptura Doktrin zu werben. Sie konnten darin lesen, dass die Schrift <em>allein</em> jeden Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereitet. Ganz ehrlich, ich nicht. Die Schriften sind profitable, sehr sogar, aber nicht ausschliesslich sie! Desweiteren sollte man sich fragen, was der heilige Apostel Paulus seinem Timotheus damit eigentlich sagen wollte. Denn im selben Kapitel bezieht sich Paulus auf zwei Namen, Jannes und Jambres, die sich damals dem Mose widersetzt hatten. Wenn Paulus nun zur Verteidigung der Sola Scriptura herhalten muss, welche der Tradition ihren Wert völlig absprechen will, wieso zitiert er dann selbst eine mündliche Tradition? Denn die Namen Jannes und Jambres kommen im Alten Testament gar nicht vor! Und dabei ist diese Stelle im 2. Timotheusbrief nicht die einzige, in welcher Tradition zitiert wird. Man schaue doch nur einmal in den Brief des Judas, in welchem das Buch Enoch zitiert wird (Judas 14-15).</p>
<p>Als die Kirche die Bücher der Heiligen Schrift offiziel kanonisiert hat, lag ihr Hauptgrund darin, die Kirche von gefälschten Büchern zu schützen, welche zwar apostolische Verfasserschaft für sich in Anspruch nahmen, aber in Wahrheit die Werke von Häretikern waren (z.B. das Thomasevangelium). Häretische Gruppen konnte ihre Lehren nicht auf der Tradition gründen, weil sie eben ausserhalb der Kirche enstanden. Folglich war der einzige Weg, solchen Ideen Autorität zu verleihen, new Bücher zu schreiben und unter den Namen der Apostel oder den Heiligen des ATs zu verbreiten. Die Kirche verteidigte sich gegen diese Irrlehren durch Berufung auf den apostolischen Ursprung der Tradition, welche durch die Apostolische Nachfolge (Bischöfe der Kirche können ihre direkte amtliche Nachfolge von den Aposteln historisch beweisen) gewährleistet wird. Dafür wurde eine verbindliche Liste mit heiligen Büchern etabliert, welche göttlich inspiriert waren und apostolischen und alttestamentlichen Ursprung hatten.</p>
<p>Mit dieser kanonisierten Liste hatte die Kirche also nicht vor zu zeigen, dass der gesamte christliche Glaube und alle Informationen, die für den Gottesdienst und die Kirchenführung nötig sind, darin enthalten waren. Das Neue Testament enthält weder einen Katechismus, noch eine systematische Theologie. Dennoch darf der Leser jetzt nicht denken, dass all dies die eminente Wichtigkeit der Heiligen Schrift auch nur im geringsten schmälern würde! In der katholischen Kirche glaubt man, dass die Schrift inspieriert, unfehlbar und massgebend sind. Aber Tatsache ist, dass die Bibel nicht über jedes wichtige Thema der Kirche eine Lehre enthält (z.B. wie die Liturgie gefeiert werden soll).</p>
<p>Ein Argument, dass ich früher häufig gehört habe war, dass die Kirche die Liturgie über die Jahre stark geändert hat (z.B. bezüglich des Abendmahls). Nun, wenn wir der Kirche darin misstrauen, dass sie die apostolische Liturgie nicht erhalten konnte, wieso sollten wir ihr dann trauen, dass sie die Heilige Schrift in ihrer Form erhalten hat?</p>
<p>Protestanten behaupten häufig, dass sie nur der Bibel glauben würden &#8211; also sogenannte bibeltreue Christen. Nun, wenn das wirklich so ist und die Bibel allgenugsam ist, wieso gibt es dann eine schier endlose Zahl an Büchern über Theologie und die christliche Lebensführung? Wenn die Bibel wirklich allgenugsam wär, warum führt sie dann nicht zu konsistenten Ergebnissen? Wieso gibt es dann heute diese Myriaden an protestantischen Denominationen? Und Tatsache ist, das jede dieser Denominationen ihre ganz eigenen Traditionen hat. Die wirklich wichtige Frage ist also vielmehr: Welcher Tradition wir nutzen sollten, um die Bibel zu interpretieren? Welcher Tradition kann dafür vertraut werden, jener der katholischen und apostolischen Kirche oder jener der verworrenen Traditionen des Protestantismus, welche keine Wurzeln vor 1517 haben.</p>
<p><strong>2. Denkfehler: Die Schriften waren die Grundlage der Alten Kirche. Die Tradition is lediglich Verfälschung, die viel später kam.</strong></p>
<p>Das Bild heutiger Protestanten von den frühen Christen zeigt im Prinzip eine Gemeinschaft ohne liturgischen Gottesdienst oder jeglicher Tradition. All das kam erst viel später, &#8220;als die Kirche verdorben wurde&#8221;. Für mich war es ein Schlag ins Gesicht zu erkenne, dass die Kirchenväter des 1. bis 3. Jahrhunderts Ansichten der heutigen Katholischen und der Orthodoxen Kirche vertraten (liebe zum Bischof, als sei er Christus selbst, Beichte, Fasten, realer Leib und Blut Christi im Abendmahl, Taufe zur Sündenreinigung,&#8230;). Keiner der damaligen Christen brachte seine Bibel am Sonntag mit in die Kirche zum Bibelstudium &#8211; schlussendlich war es damals so schwierig auch nur Auszüge zu erhalten, dass nur sehr wenige eine Bibel hatten. Stattdessen wurden diese wenigen Kopien in den Kirchen verwahrt (die finale kanonisierte Form der Heiligen Schrift stammt aus dem 4. Jahrhundert).</p>
<p>Woher haben die Menschen damals also vom Evangelium, dem Leben und den Lehren Christi gehört? Wie man Gottesdienst feiert und was man über die Natur Christi glaubt? Sie hatten nur die mündliche Tradition, welche von den Aposteln, Generation für Generation, weitergegeben wurde. Diese Abhängigkeit von der Tradition wird selbst im NT klar. So schreibt der Apostel Paulus an die Thessalonicher:</p>
<blockquote><p><strong><em>Seid also standhaft, Brüder, und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief.</em></strong><br />
<em>(2. Thessalocher 2,15)</em></p></blockquote>
<p>Jenes Wort, welches hier als &#8220;Überlieferung&#8221; oder in der Vulgata als &#8220;traditiones&#8221; übersetzt wurde, ist das griechische Wort &#8220;paradosis&#8221; (<span style="font-family:Trebuchet MS,Arial,Geneva;font-size:medium;"><span style="font-family:Trebuchet MS,Arial,Geneva;font-size:x-small;"><span style="font-family:SLGreek;font-size:small;">παράδοσις</span></span></span>). Es ist das gleiche Wort, wie die Orthodoxen für die Heilige Tradition verwenden. Bei &#8220;traditiones&#8221; sollte die Nähe zur Tradition offensichtlich sein. Es ist das selbe Wort, welches verwendet wird, wenn man über die Irrlehren der Pharisäer (Markus 7,3.5.8) oder die massgebenden christlichen Lehren spricht (1. Korinther 11,2). Was macht die Traditionen der Pharisäer falsch, und jener der Kirche wahr? Die Quelle! Der Heilige Paulus schreibt bezüglich der christlichen Traditionen:</p>
<blockquote><p><strong><em>Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe.</em></strong><br />
<em>(1. Korinther 11,2)</em></p></blockquote>
<p>Woher hat er diese?</p>
<blockquote><p><strong><em></em><em>Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe</em></strong><br />
<em>(1. Korinther 11,23)</em></p></blockquote>
<p>Das ist es, was die katholische Kirche meint, wenn sie von der Apostolischen Tradition spricht  -</p>
<blockquote><p><strong><em>den überlieferten Glauben, der den Heiligen ein für allemal anvertraut ist.</em></strong><br />
<em>(Judas 3)</em></p></blockquote>
<p>Ihre Quelle ist Christus. Sie wurde durch ihn persönlich an die Apostel durch alles was er sagte und tat weitergegeben. All das, welches,</p>
<blockquote><p><strong><em>Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste.</em></strong><br />
<em>(Johannes 21,25)</em></p></blockquote>
<p>Die Apostel brachten dieses Wissen der gesamten Kirche und die Kirche, der Verwahrort dieses Schatzes, wurde</p>
<blockquote><p><strong><em>die Säule und das Fundament der Wahrheit</em></strong><br />
<em>(1. Timotheus 3,15)</em></p></blockquote>
<p>Als ich das endlich erkannte, gab es für mich keine Rechtfertigung mehr Protestant zu bleiben. Daher auch der Untertitel von <em>Soul&#8217;s Happiness</em>, &#8220;quae est ecclesia Dei vivi columna et firmamentum veritatis&#8221; &#8211; die Säule und das Fundament der Wahrheit.</p>
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		<title>Vom Ursprung der Heiligen Schrift</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jul 2011 13:08:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hildibod</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Katechismus der Katholischen Kirche erklärt im zweiten Absatz des Artikels 3 (Die Heilige Schrift): Gott ist der Urheber [Autor] der Heiligen Schrift. &#8220;Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift schriftlich enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden.&#8221; &#8220;Denn die heilige Mutter Kirche hält aufgrund apostolischen Glaubens [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=soulshappiness.ch&amp;blog=1863175&amp;post=1912&amp;subd=soulshappiness&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Papyrus 46" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5c/P46.jpg" alt="" width="220" height="300" />Der Katechismus der Katholischen Kirche erklärt im zweiten Absatz des Artikels 3 (Die Heilige Schrift):</p>
<blockquote><p>Gott ist der Urheber [Autor] der Heiligen Schrift. &#8220;Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift schriftlich enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden.&#8221;</p>
<p>&#8220;Denn die heilige Mutter Kirche hält aufgrund apostolischen Glaubens die Bücher sowohl des Alten wie des Neuen Testamentes in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen für heilig und kanonisch, weil sie, auf Eingebung des Heiligen Geistes geschrieben, Gott zum Urheber [Autor] haben und als solche der Kirche übergeben sind&#8221;.</p>
<p><span id="more-1912"></span>Gott hat die menschlichen Verfasser [Autoren] der Heiligen Schrift inspiriert. &#8220;Zur Abfassung der Heiligen Bücher aber hat Gott Menschen erwählt, die ihm durch den Gebrauch ihrer eigenen Fähigkeiten und Kräfte dazu dienen sollten, all das und nur das, was er &#8211; in ihnen und durch sie wirksam &#8211; selbst wollte, als wahre Verfasser [Autoren] schriftlich zu überliefern&#8221;.</p>
<p>Die inspirierten Bücher lehren die Wahrheit. &#8220;Da also all das, was die inspirierten Verfasser oder Hagiographen aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt gelten muß, ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, daß sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren, die Gott um unseres Heiles willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte&#8221;.</p>
<p>Der christliche Glaube ist jedoch nicht eine &#8220;Buchreligion&#8221;. Das Christentum ist die Religion des &#8220;Wortes&#8221; Gottes, &#8220;nicht eines schriftlichen, stummen Wortes, sondern des menschgewordenen, lebendigen Wortes&#8221;. Christus, das ewige Wort des lebendigen Gottes, muß durch den heiligen Geist unseren Geist &#8220;für das Verständnis der Schrift&#8221; öffnen (Lk 24,45), damit sie nicht toter Buchstabe bleibe.</p></blockquote>
<p>Wir sind Christen, weil wir an den wahren, einzigen Gott glauben, ohne Ihn jemals selbst gesehen zu haben (Hebräer 11,1-6). Wir sind Christen, weil wir in der Schöpfung das Werk Gottes sehen (Römer 1,18-20; Psalm 19,2-4). Wir sind Christen, weil wir glauben, dass die Bibel das Wort Gottes ist und überwältigende Beweiskraft dafür hat, dass Jesus Christus Gott ist (Johannes 20,30-31; Apostelgeschichte 17,11; 18,27-28; Römer 10,17; 16,25-27; 1 Thessanolicher 2,13; 2 Timotheus 3,14-17; Hebräer 4,12; Jakobus 1,18; 2 Petrus 1,19-21).</p>
<p>Aber was, wenn die Bibel wie viele Heiden sagen, über die Zeit verfälscht wurde? Ist unsere heutige Bibel (in meinem Fall die Einheitsübersetzung) glaubwürdig?</p>
<h4><strong>Ein Überblick über die Richtigkeit der Manuskripte</strong></h4>
<p>Unsere Bibel ist <em>nur</em> dann das Wort Gottes, wenn die Übersetzung die <em>gleiche Botschaft</em> beinhaltet, wie sie von Gottes inspirierten Dienern niedergeschrieben wurden.</p>
<p>Wann und in welchen Sprachen wurde die Bibel geschrieben?</p>
<ol>
<li>Die Bücher des Alten Testaments (AT) wurden zwischen 1400 v. Chr. und 400 v. Chr. im Hebräischen und Aramäischen geschrieben – einem Zeitraum von 1&#8217;000 Jahren! Aramäisch wurde in Teilen von Daniel und Esra verwendet.</li>
<li>Man glaubt, dass alle Bücher des Neuen Testaments (NT) im Griechischen zwischen den Jahren 50 und 95 geschrieben wurden.</li>
</ol>
<p>Die Tatsache, dass mindestens 30 Autoren das AT über einen Zeitraum von 1&#8217;000 Jahren geschrieben haben, ist ein kräftiger Beweis für dessen Wahrheitsgehalt. Wären diese Schreiber nicht durch den Heiligen Geist geleitet gewesen, würde es für sie unmöglich gewesen sein ein Werk im Umfang des AT, mit einem gemeinsamen Thema, welches sich nirgends widerspricht, und welches keine prüfbaren historischen Fehler aufweist, hervorzubringen.</p>
<p>Wie wurde die Bibel über die Jahrtausende an uns weitergereicht?</p>
<ol>
<li>Die Bücher des AT und vielleicht auch die frühsten Kopien des NT wurden aufwendig per Hand durch Schriftgelehrte von einer Papyrus- oder Lederrolle auf eine andere übertragen. Diese Schriftgelehrten wurden sorgfältig darin ausgebildet, um zu sicherzustellen, dass es keine Ergänzungen oder Wegfälle von Texten gab.</li>
<li>Jede Rolle die Fehler enthielt wurde eher zerstört, als dass sie korrigiert wurde. Jede Schriftrolle, die stark abgenutzt oder beschädigt wurde, wurde zerstört und durch eine neue ersetzt. Als Folge haben es nur sehr wenige alte Exemplare des AT in unsere heutige Zeit überlebt. Bis zur Entdeckung der Schriftrollen vom Toten Meer im Jahr 1947 in den Höhlen nahe Qumran in Judäa und Samaria, ging man davon aus, dass keine Exemplare der alttestamentlichen Bücher, die vor der Zeit Christi geschrieben wurden, noch existieren würden.</li>
<li>Wir wissen, dass die jüdischen Schriftgelehrten ziemlich gut in ihrer Arbeit waren, weil die wichtigste Entdeckung dieser Schriftrollen vom Toten Meer, das komplette Buch Jesaja als Lederrolle, welches auf 200 bis 100 v. Chr. datiert wird, deckt sich bis auf wenige unbedeutende Abweichungen mit der bis dahin ältesten vollständigen Bibelhandschrift. In anderen Worten, das Buch Jesaja bleibt seit mehr als 2&#8217;000 Jahren unverändert!<br />
Als die Hebräer und später die Christen durch den gesamten Nahen Osten und Mittelmeerraum verstreut wurden, wurden die Texte der Bücher für hunderte von Jahren von Leuten abgeschrieben, die wenig oder gar keinen Kontakt zueinander hatten. Vergleiche der über viele Jahrhunderte hinweg angefertigten Manuskripte aus verschiedenen geografischen Gegenden zeigen, dass diese außergewöhnlich identisch, mit nur sehr unbedeutenden Unterschieden, sind.</li>
</ol>
<p>Vieviele biblische Manuskripte des NT gibt es?</p>
<ol>
<li>Über 5&#8217;500 griechische Manuskripte aus einem Teil oder dem ganzen NT.</li>
<li>Über 10&#8217;000 lateinische Manuskripte aus einem Teil oder dem ganzen NT.</li>
<li>Über 9&#8217;300 frühe Versionen in anderen Sprachen.</li>
</ol>
<p>Wie alt sind diese Manuskripte?</p>
<ol>
<li>Die ältesten bekannten hebräischen Manuskripte des AT sind die Schriftrollen vom Toten Meer, welche auf 200 bis 100 v. Chr. datiert werden. Die älteste griechische Version des AT ist die Septuaginta, welche um das Jahr 250 v. Chr. von jüdischen Gelehrten im Ägyptischen Alexandria ins Griechische übersetzt wurden. Einige alte griechische Exemplare sind der Codex Vaticanus (325) im Vatikan, sowie der Codex Sinaiticus (350) und der Codex Alexandrinus (400) im British Museum.</li>
<li>Das älteste bekannte Fragment des NT stammt aus den Evangelium nach Johannes und wird auf das Jahr 120 datiert, also nicht mehr als 25 Jahre nach dem Tod des Apostels.</li>
<li>Die älteste Version der Bibel ist die lateinische Vulgata (400).</li>
</ol>
<p>Wie stehen diese Informationen zu Schriftstücken säkularer Geschichte?</p>
<ol>
<li>Von den Commentarii De Bello Gallico von Gaius Iulius Caesar (58 bis 50 v. Chr.) existieren lediglich zehn guterhaltene Kopien und die älteste davon wurde 900 Jahre später verfasst. Dennoch schenken wir ihnen Glauben bei der Beschreibung des Gallischen Krieges.</li>
<li>Von der Geschichtsschreibung Roms von Titus Livius (59 v. Chr. bis 17) existieren nur noch 35 von ursprünglich 142 Bänden. Der älteste stammt aus dem 4. Jahrhundert.</li>
</ol>
<p>Was sagen uns die Zeugnisse der Alten Kirche?</p>
<ol>
<li>Die Zitierungen der Alten Kirche sind so zahlreich, dass man allein aus ihnen schon fast das gesamte NT neu zusammenstellen könnte!</li>
<li>Einige dieser Männer waren: Clemens von Rom (gestorben 97), Ignatius von Antiochien (gest. 107), Polykarp von Smyrna (155), Justin der Märtyrer (165), Irenäus von Lyon (200), Clemens von Alexandria (220), Tertullian (220), Origenes (254) und Eusebius von Caesarea (339).</li>
<li>Die NT Zitierungen dieser neun Männer allein, summiert sich auf mehr als 36&#8217;000!</li>
</ol>
<h4>Die Entstehung des alttestamentlichen Kanons</h4>
<p>Was bedeuten die Begriffe “Kanon” und “Testament”?</p>
<ol>
<li>Der Begriff Kanon bezeichnet eine Liste von Büchern, welche als würdig genug betrachtet werden, um in die geistlichen Schriften einer religiösen Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Das griechische Wort “kanón” bedeutet scheinbar soviel wie “ein gerader Stab Messstab”.</li>
<li>Der Begriff Testament stammt vom lateinischen Wort “testamentum”, welches normalerweise einen “letzten Willen” bezeichnet. Aber “testamentum” wurde ebenfalls verwendet, um das griechische Wort “diathēkē” zu übersetzen, welches ein Abkommen zwischen einer übergeordneten und einer untergebenen Person bezeichnet, in der die übergeordnete Person der untergebenen Person bestimmte Privilegien gewährt, während die untergebene Person bestimmte Verpflichtungen gegenüber der übergeordneten Person eingeht. Eine angebrachtere Übersetzung hierfür ist “Bund”, weil das Wort sich auf ein Abkommen zwischen Gott (dem Übergeordneten) und den Menschen (den Untergebenen) bezieht. Der früheste Beweis, dass Christen die Heilige Schrift als Altes und Neues Testament bezeichneten, stammt von Tertullian und Clemens von Alexandria gegen Ende des 2. Jahrhunderts.</li>
</ol>
<p>Wie entstanden die Bücher des AT?</p>
<ol>
<li>Ungläubige Gelehrte und liberale Theologen gingen vor hundert Jahren noch davon aus, dass Moses die Fünf Bücher Mose nicht hat schreiben können, weil sie behaupten, dass die damaligen Menschen in Palästina und Syrien das Schreiben noch nicht entwickelt hatten. Doch dank archäologischen Funden wissen wir heute, dass geschriebene Sprachen in dieser Region schon vor Abrahams Zeit (19. bis 17. Jahrhundert v. Chr.) existierten, also hunderte von Jahren bevor Moses geboren wurde.<br />
Nach dem heutigen Stand der Forschung gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Phönizier das moderne Alphabet entwickelten.</li>
<li>Das Alphabet oder Aleph-Beth wurde in Palästina (Kanaan) schon um das Jahr 1500 v. Chr. verwendet, also 200 vor Moses. Hier will ich kurz noch auf das Aleph-Beth eingehen. Die kleinen Bildchen der Hieroglyphen stellten schon ganze Wörter dar. Daher konnte jedes genauso gut für den Laut des ersten Buchstabens dieses Wortes stehen. Zum Beispiel was der semitische Wort für Ochse “Aleph” – und so wurde die Hieroglyphe für Aleph zum Buchstaben für den Laut “A”. Der semitische Name für Zelt war “Beth” – und so wurde die Hieroglyphe für Beth zum Buchstaben für den Laut “B”. Dieser Prozess wurde insgesamt auf 22 Piktogramme ausgeweitet, die für die grundlegenden Laute in der gesprochenen Sprache standen.<br />
Die Bibel selbst liefert uns Informationen, wie das AT entstand:</li>
<ul>
<li>“Und Jahwe sprach zu Mose: Schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch, und lege in die Ohren Josuas, daß ich das Gedächtnis Amaleks gänzlich unter dem Himmel austilgen werde.” (Exodus 17,14)</li>
<li>“Und Mose kam und erzählte dem Volke alle Worte Jahwes und alle Rechte; und das ganze Volk antwortete mit einer Stimme und sprach: Alle Worte, die Jahwe geredet hat, wollen wir tun. Und Mose schrieb alle Worte Jahwes nieder. Und er machte sich des Morgens früh auf und baute einen Altar unten am Berge und zwölf Denksteine nach den zwölf Stämmen Israels. Und er sandte Jünglinge der Kinder Israel hin, und sie opferten Brandopfer und schlachteten Friedensopfer. Dankopfer von Farren dem Jahwe.” (Exodus 24,3-4)</li>
<li>“Und er gab dem Mose, als er auf dem Berge Sinai mit ihm ausgeredet hatte, die zwei Tafeln des Zeugnisses, Tafeln von Stein, beschrieben mit dem Finger Gottes.” (Exodus 31,18)</li>
<li>Dazu kommen Exodus 34:1-2. 27-28, Numeri 33:2, Deuteronomium 31:9-12. 19-26, Josua 8:30-35; 24:25-26, 1 Samuel 10:25, 1 Chronik 29:29-30, 2 Chronik 9:29; 26:22; 32:32, Jesaja 30:8, Jeremia 25:13, Hesekiel 43:10-11, Daniel 7:1 und Habakuk 2:2.</li>
</ul>
<li>Wer entschied welche Bücher ins AT gehören?</li>
<ul>
<li>Schon nach kurzer Zeit nach dem letzten Buch, Maleachi, akzeptierten die Hebräer die 39 Bücher, die wir in unserem AT haben, als echt von Gott inspiriert. Es gab nur wenige Meinungsverschiedenheiten über die Bücher, weil ihre Inspirierung und ihr autoritativer Charakter von nahezu jedem anerkannt wurde.</li>
<li>Schon von den Schriften Mose an wurde das AT durch die Generationen der Priester, Leviten und Schriftgelehrten gesichert.</li>
<li>Mit der Zeit entstand in den Hebräischen Schriften eine Struktur, die wir im AT nicht haben (die Texte sind dennoch die gleichen). Es entstanden drei Abschnitte: (1) die Tora (“das Gesetz”) in den Fünf Büchern Mose; (2) die Propheten in Josua, Richter, Samuel, Könige, Jesaja, Jeremia, Hesekiel und den zwölf Propheten; und (3) die Schriften in den Psalmen, Sprüchen, Hiob, Hohelied, Rut, Klagelieder, Prediger, Esther, Daniel, Esra-Nehemia und den Chroniken.</li>
<li>Jesus selbst hat folgende Passagen bestätigt:<br />
(1) Der Genesis-Bericht der Schöpfung (Markus 10:6-9).<br />
(2) Die Existenz von Adam und Eva (Matthäus 19:4-5).<br />
(3) Abels Mord durch Kain (Matthäus 23:35).<br />
(4) Noah und die Flut (Lukas 17:26-27, Matthäus 24:37-39).<br />
(5) Die Zerstörung von Sodom und Gomorrah und wie Lots Frau zur Salzsäule erstarrte (Lukas 17:28-32).<br />
(6) Die Existenz von Abraham, Isaak und Jakob (Matthäus 8:11).<br />
(7) Die Existanz von Moses und den brennenden Busch (Lukas 20:37).<br />
(8) Das Manna in der Wildnis (Johannes 6:49).<br />
(9) Die Erhöhung der Schlange durch Moses (Johannes 3:14).<br />
(10) Die Existenz von David, Salomo, Elija und Elischa (Matthäus 12:3; 12:42, Lukas 4:25-27).<br />
(11) Jonas und der große Fisch (Matthäus 12:40).<br />
Es ist offensichtlich, dass Jesus diese Ereignisse nicht als blosse Folklore abtat!</li>
</ul>
</ol>
<h4>Die Entstehung des neutestamentlichen Kanons</h4>
<p>Wie sind die Bücher des NT entstanden?</p>
<ol>
<li>Während des 1. Jahrhunderts wurden die Bücher des NT über einen Zeitraum von 45 Jahren geschrieben, abgeschrieben und unter den Gemeinden im ganzen, sich von England und Spanien bis in den Nahen Osten erstreckenden, Römischen Reich weitergegeben (Kolosser 4,16). Die Bücher wurden langsam abgeschrieben und zwischen den Gemeinden herumgereicht, so dass es viele Jahre dauerte, bis sie das gesamte Reich gesättigt war.</li>
<li>Die besten Informationen, die ich über die Ursprünge der Bücher habe finden können ist folgend aufgelistet:</li>
<ul>
<li>Matthäus — Geschrieben vom Apostel Matthäus. Es wurde irgendwann vor 70 geschrieben, da es keinen Verweis auf die Zerstörung des Tempels in Jerusalem gibt, welcher in jenem Jahr stattfand und in Matthäus 24:15-22 prophezeit wurde. Irenäus, der Bischof von Lyon, schrieb im Jahr 178: “Matthäus hat ebenfalls ein geschriebenes Evangelium für die Hebräer in ihrer eigenen Sprache herausgebracht, während Petrus und Paulus in Rom gepredigt haben und dort das Fundament der Kirche legten.” Da die überlieferte Tradition besagt, dass Petrus und Paulus 63 oder 64 in Rom ankamen und Paulus dort 67 oder 68 den Märtyrertod fand, ist die beste Schätzung, dass das Buch zwischen 64 und 67 geschrieben wurde.</li>
</ul>
<ul>
<li>Markus — Geschrieben von Johannes Markus, einem Gefährten von Petrus und Paulus. Da sein Buch die Prophezeiung der Tempelzerstörung enthält (Markus 13,14), muss das Buch vor 70 geschrieben worden sein. Irenäus schrieb, dass Markus das Evangelium nach dem Tod Petri schrieb. Also liegt eine gute Schätzung zwischen 68 und 69.</li>
</ul>
<ul>
<li>Lukas — Geschrieben von Lukas, einem engen Gefährten von Paulus. Es war der erste Teil eines zweiteiligen Dokuments, wovon die Apostelgeschichte der zweite Teil war (Lukas 1:1-4, Apostelgeschichte 1:1-2). Da der Bericht in der Apostelgeschichte um das Jahr 62 aufhört und nichts aus den letzten Jahren Paulienthält, ist anzunehmen, dass das Evangelium nach Lukas vor 62 verfasst wurde.</li>
</ul>
<ul>
<li>Johannes — Autor ist Johannes der Apostel. In Johannes 21:20-24 identifiziert sich der Autor selbst als den Jünger, den Jesus liebte, und der sich auch beim Abendessen an dessen Brust gelehnt hatte. Die meisten Gelehrten datieren es zwischen 80 und 90.</li>
</ul>
<ul>
<li>Apostelgeschichte — Geschrieben von Lukas. Da der Bericht gegen 62 endet und nichts aus den letzten Jahren Pauli enthält, wurde er wohl vor 62 geschrieben.</li>
</ul>
<ul>
<li>Römer — Geschrieben von Paulus. Da er drei Monate in Griechenland verbrachte (Apostelgeschichte 20:3) und er Phöbe, die Dienerin der Gemeinde in Kenchreä (Seehafen bei Korinth) empfiehlt (Römer 16:1), wurde der Brief wahrscheinlich in Korinth geschrieben, irgendwann zwischen 55 und 57.</li>
</ul>
<ul>
<li>1 Korinther — Geschrieben von Paulus. Verfasst in Ephesesus (1 Korinther 16:8), gegen Ende von Paulis dreijähriger Mission dort (Apostelgeschichte 19:1-20:1) zwischen 54 und 56.</li>
</ul>
<ul>
<li>2 Korinther — Geschrieben von Paulus, während seiner dritten Missionsreise, wenige Monate oder vielleicht sogar ein Jahr nach dem ersten Brief, also zwischen 55 und 57. Er wurde wahrscheinlich in Mazedonien verfasst.</li>
</ul>
<ul>
<li>Galater — Von Paulus. Einige Gelehrte datieren ihn auf 48 oder 49. Sie gehen davon aus, dass er von Antiochia nach seiner ersten Missionsreise in dieser Region geschrieben wurde.</li>
</ul>
<ul>
<li>Epheser — Von Paulus. Dies ist einer der Briefe, die im Gefängnis, während Paulis ersten Inhaftierung, geschrieben wurden. Irgendwann zwischen 60 und 62.</li>
</ul>
<ul>
<li>Philipper — Von Paulus. Dieser Brief wurde im Gefängnis geschrieben (Philipper 1:12-14), wahrscheinlich in Rom zwischen 60 und 62.</li>
</ul>
<ul>
<li>Kolosser — Von Paulus. Aus dem Gefängnis geschrieben (Kolosser 4:3.10.18). Entstand höchstwahrscheinlich in Rom zwischen 60 und 62.</li>
</ul>
<ul>
<li>1 Thessalonicher — Von Paulus. In Korinth geschrieben. Apostelgeschichte 18:12 sagt, dass Gallion Prokonsul von Achaja war, als die Juden den Paulus vor Gallion anklagten. Eine Inschrift bei Delphi besagt, dass Gallions Amt als Prokonsul im Jahr 51 begann. Apostelgeschichte 18:11 sagt, dass Paulus zuvor schon 18 Monate in Korinth war. Somit lässt sich der Brief auf 50 datieren.</li>
</ul>
<ul>
<li>2 Thessalonicher — Von Paulus. Einige Monate nach dem ersten geschrieben.</li>
</ul>
<ul>
<li>1 Timotheus — Von Paulus. Nach der Apostelgeschichte und zwischen Paulis zwei Inhaftierungen in Rom, während einer Missionsreise geschrieben, also zwischen 63 und 64. Möglicherweise von Mazedonien (1 Timotheus 1:3).</li>
</ul>
<ul>
<li>2 Timotheus — Von Paulus. Geschrieben um 65 oder 66, kurz seinem Märtyrertod (2 Timotheus 4:6-18).</li>
</ul>
<ul>
<li>Titus — Von Paulus. Zur selben Zeit wie 1 Timotheus geschrieben, also zwischen 63 und 64.</li>
</ul>
<ul>
<li>Philemon — Von Paulus. Aus dem Gefängnis geschrieben (wahrscheinlich in Rom), zur selben Zeit wie Kolosser, zwischen 60 und 62.</li>
</ul>
<ul>
<li>Hebräer — Wer nun der Autor war wird immernoch diskutiert. Da Timotheus in Hebräer 13:23 genannt wird, könnte Paulus der Autor sein. Da der Brief an Juden geschrieben wurde und sowohl der jüdische Krieg gegen die Römer, als auch die Zerstörung des Tempels (68-70) nirgends erwähnt wird, muss der Brief vor 68 geschrieben worden sein. Hebräer 13:24 impliziert, dass er in Italien geschrieben wurde.</li>
</ul>
<ul>
<li>Jakobus — Die Tradition der Alten Kirche besagt, dass der Autor ein Bruder von Jesus und ein Oberhaupt der Jerusalemer Gemeinde (Apostelgeschichte 15:13-21) war. Von Gelehrten wird der Brief zwischen den späten 40ern und den frühen 60ern datiert. Jakobus fand in den späten 60ern seinen Märtyrertod.</li>
</ul>
<ul>
<li>1 Petrus — Von Petrus. Aus Babylon geschrieben. Damit ist, scheinbar Rom alssündhafte Stadt gemeint. Die Kirchentradition behauptet, dass Petrus zwischen 63 und 64 in Rom ankam, kurz bevor Neros Christenverfolgung begann.</li>
</ul>
<ul>
<li>2 Petrus — Von Petrus (2 Petrus 1:1). In Rom geschrieben. Gegen Ende von Neros Herrschaft und kurz vor Petri Märtyrertod. Vielleicht im Jahr 66.</li>
</ul>
<ul>
<li>1, 2 &amp; 3 Johannes — Johannes der Apostel schrieb sie alle (Johannes 1:1-5; 15:9-14; 1 Johannes 1:11-4; 3:21-24; 2 Johannes 1:4-6). 1 Johannes wurde scheinbar gegen 90 geschrieben, die zwei weiteren Briefe kurz danach.</li>
</ul>
<ul>
<li>Judas — In Judas 1:1 sagt der Autor, er sei der Bruder des Jakobus. Matthäus 13:55 und Markus 6:3 nennen Judas und Jakobus als Brüder Jesu. Da der Autor des Brief des Judas diesen Jakobus nicht nähergehend identifiziert, muss es jemand gewesen sein, der den Lesern bekannt gewesen sein muss. Dies würde lediglich auf Jakobus, den Bruder Jesu, und Jakobus den Apostel zutreffen. Und Jakobus der Apostel hatte keinen Bruder, der Judas hieß. Der Brief kann nicht genauer als ‘die erste Hälfte des 1. Jahrhunderts’ datiert werden.</li>
</ul>
<ul>
<li>Offenbarung — Von Johannes dem Apostel. Die Tradition der Alten Kirche besagt, dass Johannes der Apostel von Domitian (römischer Kaiser von 81 bis 96) auf die Insel Patmos verbannt wurde. Der Johannes der Offenbarung sagt uns in Offenbarung 1:9-10, dass er seine Offenbarungen auf Patmos hatte. Einige Quellen der Alten Kirche besagen, dass Johannes diese Offenbarung im 14. Jahr von Domitians Herrschaft hatte, also im Jahr 95.</li>
</ul>
<li>Die Kreuzigung Christi fand im Jahr 30 statt. Drei der Evangelien, die Apostelgeschichte, alle Briefe des Paulus, Petrus und Jakobus wurden zwischen 50 und 70 geschrieben – nur 20 bis 40 Jahre nach Christi Auferstehung, und zu einer Zeit, als die meisten Apostel noch lebten. Das Evangelium nach Johannes, die Briefe und die Offenbarung wurden allerdings 50 bis 65 Jahre nach Christi Auferstehung geschrieben, zu einer Zeit, als viele der frühen Jünger der Apostel noch lebten. Es sollte jedem klar sein, dass ein verfälschstes Buch zu solch einem frühen Datum niemals von der Kirche akzeptiert worden wäre. Wir haben also jeden Grund für unser absolutes Vertrauen in die Richtigkeit der NT Bücher!</li>
</ol>
<p>Wie wurden die neutestamentlichen Bücher als Heilige Schrift festgelegt?</p>
<ol>
<li>Am Anfang wurden der Bericht von Jesu Leben auf Erden und seine Lehren mündlich durch die Apostel und ihrer Gemeinschaft (Apostelgeschichte 2:42) an neue Christen weitergegeben. Ihnen wurde der Heilige Geist gegeben, um ihnen dabei zu helfen, sich genau an alles zu erinnern, was Jesus ihnen sagte (Johannes 14:25-26, Lukas 12:11-12). Während des 2. Jahrhunderts ersetzte das geschriebene Wort schrittweise die mündliche Überlieferung als Hauptquelle der christlichen Lehrtätigkeit.</li>
<li>Die Kirche wurde in den ersten 300 Jahren ihrer Existenz fast durchgehend verfolgt. Transport geschah mit einfachen Booten, Pferden oder zu Fuß. Die Kirche existierte in weit verstreuten lokale Gemeinden, die dann und wann mit einander durch Briefe oder reisende Evangelisten Kontakt hatten.</li>
<li>Durch diese Einschränkungen in der Kommunikation und der Tatsache, dass die neuttestamentlichen Bücher über einen Zeitraum von fast 50 Jahren geschrieben wurden, hatten die einzelnen Kirchen lediglich schrittweise die Bücher gesammelt.</li>
<li>Es gibt Beweise im NT selbst, dass manche Bücher von den Aposteln as Schrift anerkannt wurden. In 1 Timotheus 5:18 (etwas im Jahr 63) zeigt Paulus deutlich, dass er Lukas 10:7 genauso als Heilige Schrift ansieht, wie er das mit Deuteronomium 25:4 tat. Es ist ebenfalls klar, dass Petrus einige der Briefe Pauli als Heilige Schrift ansah (2 Petrus 3:15, geschrieben um 66).</li>
<li>Individuelle Kirchen haben Abschriften der Briefe Pauli schon zu einem ziemlich frühen Zeitpunkt untereinander geteilt. Davon können wir ausgehen, da der Galaterbrief sich an mehrere Gemeinden richtet (Galater 1:2), und Paulus den Kolossern und Laodicäern sagte, dass sie seine Briefe miteinander teilen sollen (Kolosser 4:16). Petrus betrachtete die Briefe des Paulus als Heilige Schrift an (2 Petrus 3:15) und hatte zweifellos eine Sammlung deren. Da Petrus etwa gegen 66/67 als Märtyrer starb, können wir davon ausgehen, dass zu diesem Zeitpunkt schon eine Sammlung an manchen Orten existierte.<br />
Die älteste Ausgabe der Sammlung der Briefe des Paulus ist Papyrus 46 des Chester Beatty codex, aus dem Jahr 200 (oben abgebildet).<br />
An dieser Stelle soll gesagt sein, dass Paulus vielleicht noch viele weitere Briefe schrieb. In Kolosser 4:16 bittet Paulus die Kolosser seinen anderen Brief zu lesen, welcher aus Laodicäa stammt.</li>
<li>Ein informeller Kanon des NT nahm schon im 2. Jahrhundert Gestalt an. Der Prozess setzte sich im 3. und 4. Jahrhundert fort:<br />
<blockquote>
<ul>
<li>Irenäus von Lyon (130 bis 200) bietet uns mehr als 1.800 Zitierungen aus dem NT.</li>
<li>Tertullian (160-200) bietet uns mehr als 7.000 Zitierungen aus dem NT.</li>
<li>Hippolyt von Rom (170-235) bietet uns mehr als 1.300 Zitierungen aus dem NT.</li>
<li>Origenes (185-254) bietet uns mehr als 18.000 Zitierungen aus dem NT.</li>
<li>Eusebius von Caesarea (264-339) bietet uns mehr als 5.000 Zitierungen aus dem NT.</li>
</ul>
</blockquote>
</li>
<li>Die Gemeindeleiter begannen Listen derjenigen Bücher anzufertigen, die sie als inspiriert ansahen. Dies ist also nichts, was erst 300 Jahre nach Christi Auferstehung geschehen ist, sondern war eher eine offizielle Anerkennung eines bereits existierenden allgemeinen Konseses.</li>
</ol>
<blockquote>
<ul>
<li>Eine der frühsten Listen ist der Kanon Muratori, der gegen 170 geschrieben wurde und eine Liste der Bücher darstellt, die in der Gemeinde Roms anerkannt wurde. Die Liste enthält alle Evangelien, Apostelgeschichte, alle Briefe Pauli, zwei von Johannes’ Briefen, Judas und die Offenbarung.</li>
<li>Origenes’ Liste enthält die vier Evangelien, Apostelgeschichte, die 13 Briefe des Paulus, 1 Petrus, 1 Johannes, und die Offenbarung. Er fügte hinzu, dass Hebräer, 2 Petrus, 2 &amp; 3 Johannes, Jakobus und Judas von manchen umstritten waren.</li>
<li>Die formelle Anerkennung der 27 Bücher des NT war dann im 4. jahrhundert komplett. Als Konstantin 306 Kaiser von Rom wurde, machte er den Historiker Eusebius von Caesarea zu seinem religiösen Berater. 332 ordnete Konstantin an, dass 50 Bibeln unter Eusebius’ Aufsicht geschrieben werden sollten. Dieses NT welches er hervorbrachte, enthielt exakt unsere 27 Bücher. Von diesen 50 Examplaren existieren heute keine mehr, jedoch habe ich bereits vorher im Text schon auf die ältesten noch existierenden Ausgaben verwiesen (Codex Vaticanus etc.)</li>
<li>Hieronymus (347-419) wurde von Damasus, dem Bischof von Rom, damit beauftragt, die Vetus Latina zu korrigieren. Hieronymus vollendete das NT im Jahr 384. Seine Übersetzung, die Vulgata, beinhaltete exakt unsere 27 Bücher. Die Apostelgeschichte befand sich hinter den Briefen des Paulus.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Welchen Einfluss hatte das Mittelalter und die Reformation auf den neuttestamentlichen Kanon?</p>
<ol>
<li>Der Theologe Erasmus von Rotterdam (1466-1536) entdeckte einige Notizen, die Lorenzo Valla kurz bevor er starb über das NT gemacht hatte. Erasmus veröffentlichte diese Notizen 1505. Valla behauptete, dass alle Kommentare über das NT auf dem Studium des griechischen Originals beruhen sollten, nicht auf der lateinischen Version. Erasmus liess 1516 eine gedruckte Version des griechischen NT veröffentlichen. Im Jahr darauf schlug Martin Luther seine 95 Thesen an das Hauptportal der Schlosskirche zu Wittenberg und startete damit die protestantische Reformation. 1522 veröffentlichte Luther auf seine deutsche Übersetzung des NT, basierend auf Erasmus’ griechischem NT. Diese &#8220;Biblia Germanica&#8221; enthielt zwar die deuterokanonischen Bücher, setzte sie allerdings ans Ende des AT Teils und erklärte sie zu Apokryphen. Desweiteren hatte Luther arge Probleme mit dem Jakobusbrief (Erlösung durch Werke). Daher setzte er in fast ans Ende des NT, vor Judas und die Offenbarung.</li>
<li>Die Kirche und die Protestanten einigten sich auf die 27 Bücher als den neuttestamentlichen Kanon. Der Unterschied zwischen ihnen war und ist, dass die Kirche neben der Schrift, den ungeschriebenen Traditionen gleichhohe Autorität zusprachen.</li>
</ol>
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		<title>Cyprian von Karthago: De catholicae ecclesiae unitate</title>
		<link>http://soulshappiness.ch/2011/07/04/cyprian-von-karthago-de-catholicae-ecclesiae-unitate/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 18:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hildibod</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apologetik]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Praktische theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Brüder und Schwestern! In der Reihe über die Schriften der Kirchenväter kommen wir heute zu einem Mann, der mir ganz besonders am Herz liegt, dem heiligen Cyprian von Karthago. Cyprian war ein afrikanischer Bischof des 3. Jahrhunderts, der »erste Bischof, der in Afrika die Krönung durch das Martyrium erhielt«. Martin Luther wird nachgesagt, er [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=soulshappiness.ch&amp;blog=1863175&amp;post=1760&amp;subd=soulshappiness&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-1759" title="Cyprian_von_Karthago" src="http://soulshappiness.files.wordpress.com/2011/06/cyprian_von_karthago.jpg?w=600" alt=""   />Liebe Brüder und Schwestern!</p>
<p>In der Reihe über die Schriften der Kirchenväter kommen wir heute zu einem Mann, der mir ganz besonders am Herz liegt, dem heiligen Cyprian von Karthago. Cyprian war ein afrikanischer Bischof des 3. Jahrhunderts, der »erste Bischof, der in Afrika die Krönung durch das Martyrium erhielt«.</p>
<p>Martin Luther wird nachgesagt, er hätte damals behauptet: ein Bauer mit der Bibel in der Hand hätte mehr Autorität als ein Konzil von Bischöfen. Nun wohin diese Häresie geführt hat kann man knapp 500 Jahre später deutlich erkennen: Knapp 33&#8217;000 protestantische und nichttrinitarische Denominationen soll es inzwischen geben (und jeden Monat werden es mehr). Natürlich hat dieser Denkansatz auch seine Spuren in der heidnischen Welt hinterlassen, allen voran den Postmodernismus mit seinen zivilisationszerstörenden Folgen.</p>
<p><span id="more-1760"></span>In seinem Pamphlet &#8220;De catholicae ecclesiae unitate&#8221; verteidigt Cyprian die Einheit der Kirche gegen schismatische Bewegungen. Mit dieser Einheit meint er jene des Bistums mit dem Bischof (vielleicht sollten wir Cyprians Buch gratis in den Kirchen Zürichs verteilen!?) Die Einheit der gesamten Kirche wird dann gewährleistet, wenn alle Bischöfe eine enge Gemeinschaft wahren. Wer also nicht die Gemeinschaft mit seinem Bischof wahrt, ist von der Einheit der Kirche getrennt und kann nicht mit Christus vereint sein. Das Urbild des Bischofs ist der heilige Petrus, der erste Bischof. Christus hat seine Kirche auf einem einzigen Fundament gegründet, welches deren Einheit manifestieren und sichern soll. Und so wie Petrus das Fundament, der Felsen, ist, der die ganze Kirche verbindet, so ist dies in jedem einzelnen Bistum der Bischof. Mit diesem Argument wollte Cyprian ein für alle Mal die Wurzel aller Häresien und Schismen ausrotten.</p>
<blockquote><p>Irrlehren und Spaltungen erfand er [der Teufel] da, um durch sie den Glauben zu untergraben, die Wahrheit zu fälschen, die Einheit zu zerreißen. Diejenigen, die er in der Finsternis des alten Weges nicht festzuhalten vermag, die umgarnt und verleitet er auf einem neuen Irrpfad. Aus der Kirche selbst reißt er die Menschen los, und während sie sich einbilden, bereits dem Lichte nahe gekommen und dem Dunkel der Welt entronnen zu sein, hüllt er sie, ohne daß sie es merken, wieder in eine andere Finsternis. So nennen sie sich Christen, obwohl sie sich an das Evangelium Christi, an seine Beobachtung und an das Gesetz gar nicht halten, und sie glauben das Licht zu haben, obgleich sie in der Finsternis wandeln, indem der Widersacher sie berückt und irreführt, der nach dem Ausspruch des Apostels sich als einen Engel des Lichtes hinstellt und seine Diener als Diener der Gerechtigkeit erscheinen läßt. Und doch bieten sie nur die Nacht statt des Tages, das Verderben statt des Heils, hoffnungslose Verzweiflung unter dem Scheine der Hoffnung, Abfall und Unglauben unter dem Vorwande des Glaubens, den Antichrist unter dem Namen Christi, um so durch schlauen Trug die Wahrheit zu entstellen, indem sie mit ihren Lügen den Schein der Wahrheit erwecken. Dies kommt daher, geliebteste Brüder, daß man nicht auf den Ursprung der Wahrheit zurückgeht, daß man nicht die Quelle aufsucht und die Lehre der himmlischen Unterweisung nicht beachtet.</p></blockquote>
<p>Berühmt von ihm wurde der Satz:</p>
<blockquote><p>Gott kann der nicht mehr zum Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter hat.</p></blockquote>
<p>In meinen Jahren als Protestant habe ich Gemeinden aus insgesamt sieben Denominationen besucht und darin sogar eine Gemeindespaltung miterlebt. Ein Charakteristikum hat all jene Versammlungen begleitet &#8211; abgesehen davon, dass es sich bis auf die erste Gemeinde davon, um ernsthafte und überzeugte Gläubige gehandelt hat &#8211; jene Gemeinde hat für sich in Anspruch genommen, die Heilige Bibel richtig interpretiert zu haben. (Habe ich zu erwähnen, wie schockiert einige meiner Freunde waren, als ich ihnen mitgeteilt habe, dass ich zur &#8220;Kirche des Antichristen&#8221; konvertieren werde?) Aber scheinbar war diese Thematik auch schon im 3. Jahrhundert präsent. So schreibt doch Cyprian:</p>
<blockquote><p>Daher stammen sie, die sich eigenmächtig vor einer Versammlung von zusammengelaufenen, unbesonnenen Leuten ohne göttliche Verordnung als Vorsteher aufwerfen, die sich ohne irgendwelche gesetzliche Weihe als Vorgesetzte aufstellen, die den Namen eines Bischofs sich anmaßen, ohne daß ihnen jemand die bischöfliche Würde übertragen hätte.</p>
<p>Obwohl es doch eine andere Taufe außer der einen nicht geben kann, bilden sie sich ein, taufen zu können.</p>
<p>Denn nicht wir sind von ihnen, sondern sie sind von uns weggegangen, und da Irrlehren und Spaltungen erst später entstanden sind, haben sie die Quelle und den Ursprung der Wahrheit verlassen, indem sie für sich gesonderte Vereinigungen gründeten.</p></blockquote>
<p>Nun leben wir ja auch in einem Zeitalter, in welchem Evangelikale propagieren, dass man nur zu beten und Gott zu bitten hätte, in sein Herz zu kommen, und schon wäre man erlöst (eine moderne Interpretation des Sola Fide). Und auch sowas scheint es vor 1800 Jahren schonmal gegeben zu haben.</p>
<blockquote><p>Das Bekenntnis ist nur der erste Schritt zum Ruhme, nicht etwa schon der Gewinn der Krone, und es bildet nicht die Vollendung des Ruhmes, sondern nur den Anfang der Würdigkeit, Und da geschrieben steht: &#8220;Wer ausharret bis ans Ende, der wird selig sein&#8221;, so ist alles, was vor dem Ende liegt, nur eine Vorstufe, auf der man zum Gipfel des Heils emporsteigt, nicht das Endziel, mit dem man bereits die höchste Spitze erreicht hat.</p></blockquote>
<p>Gut, ich gebe zu diese Aussage muss man vor dem Hintergrund der Christenverfolgung sehen. Aber das Prinzip ist das selbe. Aber was bedeutet das alles für Cyprian nun im Bezug auf die katholische Kirche und allen anderen Denominationen und Religionen? Hier wird er sehr klar, so klar, wie es im 21. Jahrhundert nur wenige werden:</p>
<blockquote><p>Nur einen Gott gibt es und nur einen Christus, nur eine Kirche und nur einen Glauben und nur ein Volk, das durch den Kitt der Eintracht zu einem festen, einheitlichen Körper verbunden ist. Diese Einheit läßt sich nicht spalten, und der eine Leib kann durch eine gewaltsame Trennung seines festen Gefüges nicht geteilt, kann durch das Zerreißen und Zerfleischen seines Inneren nicht zerstückelt werden. Was immer vom Mutterleib sich trennt, das kann für sich gesondert nicht leben und atmen, das verliert die Möglichkeit des Heils.</p></blockquote>
<p>Wie geht doch der Spruch? Die katholische Kirche kann nicht von Gott eingesetzt sein, denn wäre sie ein Menschenwerk, würde es sie schon lange nicht mehr geben. Ganz so wie der Herr sprach:</p>
<blockquote><p><em>Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.</em><br />
Matthäus 16, 18</p></blockquote>
<p>In dem Sinne schliesse ich mit den Worten des Ignatius von Antiochia:</p>
<blockquote><p>Ich habe also eure ganze Gemeinde im Namen Gottes empfangen in der Person des Onesimus, eines Mannes von unbeschreiblicher Liebe, eures Bischofs im Fleische, den ihr nach Christus &#8211; das wünsche ich &#8211; (am meisten) lieben und dem ihr alle ähnlich sein sollt.</p>
<p>Daher ist es klar, dass wir den Bischof so ansehen müssen wie den Herrn selbst.</p></blockquote>
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		<title>FAZ würdigt Mönche aus Salamanca für deren Einfluss auf Wirtschaftswissenschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 17:15:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hildibod</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apologetik]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftswissenschaft und politische Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Mönche erfinden die freie Marktwirtschaft Handel bringt Frieden, Konkurrenz ist gut und zu viel Geld schafft Inflation: Das erkannten geistliche Gelehrte schon im 16. Jahrhundert. Wäre man ihnen früher gefolgt, hätten „Teile der Wirtschaftswissenschaft schneller entwickelt werden können“. Von Karen Horn Sie hießen Martín de Azpilcueta, Jerónimo Castillo de Bovadilla oder Diego de Covarrubias y [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=soulshappiness.ch&amp;blog=1863175&amp;post=1783&amp;subd=soulshappiness&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright" title="Juan de Mariana (1536–1624)" src="http://www.faz.net/m/%7B15CCAE1E-A1A6-488E-981B-E8636C8BCAD5%7DPicture.jpg" alt="" width="220" height="385" /><strong>Mönche erfinden die freie Marktwirtschaft</strong></p>
<p><em>Handel bringt Frieden, Konkurrenz ist gut und zu viel Geld schafft Inflation: Das erkannten geistliche Gelehrte schon im 16. Jahrhundert. Wäre man ihnen früher gefolgt, hätten „Teile der Wirtschaftswissenschaft schneller entwickelt werden können“.</em></p>
<p>Von Karen Horn</p>
<p>Sie hießen Martín de Azpilcueta, Jerónimo Castillo de Bovadilla oder Diego de Covarrubias y Leyva. Es sind klangvolle Namen – doch heute ist mit ihnen kaum jemand mehr vertraut. Sie und weitere Mönche lebten im 16. Jahrhundert, sie zählten zu den spanischen Spätscholastikern, der Schule von Salamanca. Warum sollte man sie kennen? Weil sie es waren, die den naturrechtlich begründeten Freiheitsgedanken in zahlreiche Gebiete der Wissenschaft hineintrugen. Weil ihre Beiträge geprägt waren vom Bekenntnis zum Recht des Menschen auf Leben, Freiheit, Würde, Eigentum und Meinungsfreiheit. Und weil sie somit wichtige geistliche Vordenker wettbewerblicher Märkte waren. Dass sich die Marktwirtschaft im Laufe der Menschheitsgeschichte immer mehr entfalten konnte, verdankt sich nicht nur den Calvinisten, wie Max Weber meinte – sondern auch den Vorarbeiten aus Salamanca.</p>
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		<title>Clemens von Alexandria: Stromateis</title>
		<link>http://soulshappiness.ch/2010/12/30/clemens-von-alexandria-stromateis/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Dec 2010 17:33:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hildibod</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apologetik]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Systematische theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem früheren Artikel habe ich über Paedagogus geschrieben, welches von den religiösen Grundlagen der christlichen Moralität und deren Anwendung im täglichen Leben handelt. Danach zeigt sich wahre Tugend in ihren äusseren Früchten durch einen natürlichen, einfachen und bescheidenen Lebensstil. Die Stromateis geht weiter und zielt auf die Perfektion des christlichen Lebens durch eine Einführung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=soulshappiness.ch&amp;blog=1863175&amp;post=1510&amp;subd=soulshappiness&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-723" title="Clemens" src="http://soulshappiness.files.wordpress.com/2009/08/clemens1.jpg?w=600" alt=""   />In einem <a href="http://soulshappiness.ch/2010/12/05/clemens-von-alexandria-paedagogus/">früheren Artikel</a> habe ich über <em>Paedagogus</em> geschrieben, welches von den religiösen Grundlagen der christlichen Moralität und deren Anwendung im täglichen Leben handelt. Danach zeigt sich wahre Tugend in ihren äusseren Früchten durch einen natürlichen, einfachen und bescheidenen Lebensstil. Die <em>Stromateis</em> geht weiter und zielt auf die Perfektion des christlichen Lebens durch eine Einführung in das gesamte Wissen. Während <em>Protreptikos</em> sich an die Unbekehrten, und <em>Paedagogus</em> sich an die neuen Christen richtet, wendet sich <em>Stromateis</em> an die erwachsenen im Glauben.</p>
<p>Auf Grundlage von Schrift und Tradition versucht es, den christlichen Glauben so wiederzugeben, dass auch die Fragen gelernte Männer daraus beantwortet werden können. Clemens nannte sein Werk <em>Stromateis</em>, zu deutsch Teppiche, weil es sich mit solch einer riesigen Auswahl an Themen befasste. Ursprünglich hatte er eigentlich vor lediglich ein Buch zu schreiben. Zum Schluss sind daraus gar sieben Bücher geworden &#8211; ohne, dass er all seine Themen behandeln konnte.</p>
<p><span id="more-1510"></span>Folgend liste ich einige Auszüge aus <em>Stromateis</em> auf, die mir besonders wichtig erschienen.</p>
<blockquote><p>Wer nun in den Stand der Männer aufgenommen sein will (wer ein Mann sein will), der darf nicht nach Belohnung streben. Denn hat nicht der, der sich einer guten Tat rühmt, die Belohnung bereits durch die ihm zugeteilte Ehre erhalten und ist nicht der, der eine Pflicht nur wegen der damit verbundenen Belohnung erfüllt in der weltlichen Gewohnheit befangen? Man muss aber soviel wie möglich den Herrn nachahmen.</p></blockquote>
<h3>Freier Wille</h3>
<p>Immer wieder wird das Thema freier bzw. unfreier Wille angesprochen, was mir als bekehrtem Calvinisten natürlich von besonderem Interesse ist. Clemens von Alexandria war ebenso wie die anderen bisher zitierten Kirchenväter ein Verfechter des freien Willens. Diese Tatsache, dass die Orthodoxie der Alten Kirche den unfreien Willen strikt als häretisch ablehnte, zwang mich im vergangenen Jahr, meine eigene Glaubensüberzeugung in Frage zu stellen.</p>
<blockquote><p>Er offenbarte ja nicht vielen, was nicht für viele bestimmt war, sondern nur wenigen, von denen er wusste, dass es ihnen zukam, denen, die es aufzunehmen und sich darnach gestalten zu lassen imstande waren.</p></blockquote>
<p>Gegen die gängige Meinung war es nicht erst Martin Luther, der im 16. Jahrhundert mit der Lehre vom unfreien Willen aufkam. Bereits in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts gab es einen berühmten alexandrinischen Gnostiker namens Basileides, der u.a. diese Meinung vertrat. Genaues über dessen Lehre lässt sich nur aus den Schriften des Clemens, Irenäus von Lyon und Hippolytus lese, da von seinen eigenen Werken fast nichts den Lauf der zeit überstanden hat. So schreibt Clemens</p>
<blockquote><p>Basileides und seine Anhänger halten den Glauben für eine Naturanlage.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ferner sagen Basileides und seine Anhänger, daß Glaube und Erwählung in jeder Rangordnung einander entsprechen und daß als Folgeerscheinung der überweltlichen Erwählung der weltliche Glaube bei jeder Naturanlage mitkomme und daß entsprechend der Hoffnung jedes einzelnen auch die Gabe des Glaubens sei.</p></blockquote>
<blockquote><p>Wo bleibt da noch die Buße des früher Ungläubigen, um deretwillen die Sündenvergebung erfolgt? Daher ist dann auch die Taufe nicht mehr sinnvoll noch das selige Siegel noch die Lehre von Sohn und Vater; vielmehr erweist sich ihnen als Gott, wie mir scheint, die Verteilung der Naturen, bei der die Grundlage der Erlösung, der Glaube aus eigener Entscheidung, völlig ausgeschlossen ist.</p></blockquote>
<p>Clemens&#8217; Fazit:</p>
<blockquote><p>Wir aber, die wir durch die Heiligen Schriften von dem Herrn die Lehre überkommen haben, daß den Menschen die Möglichkeit selbständiger Wahl zwischen Annehmen und Ablehnen gegeben ist, wollen uns auf den Glauben als untrüglichen Maßstab unseres Urteils verlassen, da wir den Geist dadurch als &#8220;willig&#8221; bewiesen haben, daß wir das Leben wählten und zum Glauben an Gott durch das Wort des Herrn kamen.</p></blockquote>
<h3>Nur ein einziger Weg zur Wahrheit</h3>
<blockquote><p>Mit der Zeit und mit Mühe wird die Wahrheit hervorleuchten, wenn sich ein guter Helfer findet; denn durch Menschen werden von Gott die meisten Wohltaten dargeboten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ich kenne freilich ganz gut das Gerede mancher Leute, die törichterweise vor jedem Geräusch erschrecken und behaupten, man müsse sich nur mit dem Nötigsten und nur mit dem beschäftigen, was für den Glauben unentbehrlich ist, dagegen müsse man das, was darüber hinausgehe, und alles Überflüssige übergehen, da es unsere Kraft unnütz aufreibe und uns bei dem festhalte, was für das Endziel nichts beitrage.</p></blockquote>
<blockquote><p>Andere glauben sogar, daß die Philosophie vom Übel sei und zum Verderben der Menschen durch irgendeinen bösen Erfinder in unser Leben eingedrungen sei.</p></blockquote>
<blockquote><p>Reiches Wissen empfiehlt den, der die hauptsächlichsten Lehren vorträgt, so daß sich die Hörer überzeugen lassen; denn es ruft bei den Unterwiesenen Bewunderung hervor und gewinnt sie dadurch für die Wahrheit.</p></blockquote>
<blockquote><p>Es gibt freilich nur einen einzigen Weg zur Wahrheit, aber in ihn münden wie in einen unversieglichen Strom die Gewässer von allen Seiten ein.</p></blockquote>
<p>Eine in der Anitke weit verbreitete Philosophie war die des Eudämonismus, welcher die Eudaimonie, d. h. das Glück, das gelingende oder das schöne Leben als Ziel allen Strebens betrachtete. Eudämonisten bewerten Lebensqualität nach objektiven Elementen wie z. B. Erfolg beim Erreichen bestimmter Ziele. Sie haben also eine andere Fragestellung als die heutzutage häufig anzutreffenden Hedonisten, die sich für das subjektive Glücksempfinden interessieren. Ein Zitat eines Vertreters dieser Philosophie aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. über das Wissen greift Clemens auf:</p>
<blockquote><p>Trefflich schreibt gewiß auch der Vertreter der eudämonistischen Ethik Anaxarchos in seiner Schrift über das Königtum: &#8220;Vielwissen nützt zwar sehr, schadet aber auch sehr dem, der es besitzt. Es nützt dem, der geschickt ist, schadet aber dem, der leichtfertig jedes Wort und vor allem Volk ausspricht. Man muß die Grenzen der richtigen Zeit kennen, denn das ist der Markstein der Weisheit. Wer aber zur Unzeit einen Satz vorträgt, mag er auch an sich verständig sein, gilt nicht als weise, sondern wird für töricht gehalten&#8221;.</p></blockquote>
<blockquote><p>Wenn ich aber von Philosophie rede, so meine ich damit nicht die stoische oder die platonische oder die epikureische und aristotelische, sondern alle die guten Gedanken, die bei jeder einzelnen von diesen Richtungen ausgesprochen wurden und Gerechtigkeit, verbunden mit frommem Wissen, lehren.</p></blockquote>
<p>Auf der anderen Seite macht Clemens klar, dass es sowohl gute, als auch schlechte Philosophien gibt.</p>
<blockquote><p>Damit will er nicht jegliche Philosophie schlechtmachen, sondern nur die Epikureische, die Paulus auch in der Apostelgeschichte erwähnt (Apostelgeschichte 17,18), weil sie die Vorsehung leugnet und die Lust vergöttert, und außerdem jede andere Philosophie, die den Elementen übermäßige Ehre erwiesen hat, anstatt die schöpferische Urkraft über sie zu stellen, und kein Auge für den Schöpfer hatte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Denn die an Christus sich anschließende Lehre verehrt den Schöpfer als Gott und läßt das Walten der Vorsehung sich bis auf das Einzelgeschehen erstrecken und weiß, daß die Elemente ihrer Natur nach veränderlich und geworden sind, und lehrt, sein Leben so zu führen, daß man nach Kräften Gott ähnlich zu werden sich bemüht, und die Heilserziehung Gottes als maßgebend für die gesamte Unterweisung hinzunehmen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Während es nun nur <strong>eine</strong> Wahrheit gibt (die Lüge hat ja viele Abwege,) haben die verschiedenen Richtungen der barbarischen und der griechischen Philosophie sie in viele Teile zerrissen, [...], und nun erklärt jede einzelne Richtung das Stück, das sie zufällig erhalten hat, prahlend für die ganze Wahrheit. Durch den Aufgang des Lichtes wird aber, meine ich, alles erleuchtet.</p></blockquote>
<blockquote><p>Denn mögen auch die Lehrmeinungen der einzelnen Richtungen einander unähnlich zu sein scheinen, so stimmen doch, wie wir finden werden, sehr viele von ihnen wenigstens hinsichtlich der Grundgedanken und der Gesamtwahrheit überein. Das ist wenigstens bei den Richtungen der Fall, die nicht völlig stumpfsinnig geworden sind und die natürliche Fähigkeit, folgerichtig zu denken, nicht ganz verloren haben</p></blockquote>
<blockquote><p>Siehst du, wie er auch den Propheten der Griechen ein Stück Wahrheit zugesteht und kein Bedenken trägt, in den Worten, die er zur Erbauung und zur Beschämung von irgend jemand spricht, auch griechische Dichter mitzuverwenden?</p></blockquote>
<h3>Wissenschaft</h3>
<p>Clemens glaubte, dass Gott die Welt vor etwa 4000 Jahren (zu seiner Zeit) in sechs Tagen schuf. Heute würde man diesen Heiligen von heidnischer und leider auch manchen christlichen Kreisen wahrscheinlich abschätzig als Kreationisten und Fundamentalisten bezeichnen. Dennoch mag dieses Bild nicht so einfach zutreffen, wenn man liest, wie Clemens die Wissenschaft als Weg zum Begreifen des Welt und des Menschen begriff.</p>
<blockquote><p>Demnach muß man sie Entstehung der Welt zu erforschen suchen, wodurch es möglich werden wird, auch das Wesen des Menschen zu verstehen.</p></blockquote>
<h3>Menschliches Streben</h3>
<blockquote><p>Niemand wählt etwas Schlechtes, weil es schlecht ist, sondern von der mit ihm verbundenen Lust verführt, hält man es für gut und glaubt, es wählen zu sollen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Wenn nun der Glaube ein Vorsatz ist, der in dem Streben nach irgend etwas besteht, so handelt es sich hier um ein Streben, das in Gedanken vor sich geht; da aber der Vorsatz den Anfang zum Handeln bildet, so erweist sich der Glaube als Anfang zum Handeln, als die Grundlage für einen verständigen Vorsatz, indem man sich durch den Glauben schon im Voraus den Beweis verschafft.</p></blockquote>
<h3>Sündenvergebung</h3>
<blockquote><p>Wer also die Sündenvergebung empfangen hat, sollte nicht mehr sündigen; denn mit der ersten und einzigartigen Buße für die Sünden (dieses ist die Buße für die zuvor während des früheren Lebens im Heidentum, ich meine in dem Leben in der Unwissenheit, vorhandenen Sünden) ist für die Berufenen sofort die Buße als Aufgabe gesetzt, sie soll den Raum der Seele von den Verfehlungen reinigen, damit in ihr der Grund des Glaubens gelegt werden kann.</p></blockquote>
<blockquote><p>Daher gab Gott in seiner großen Barmherzigkeit denen, die auch, nachdem sie gläubig geworden waren, noch in eine Sünde verfielen, noch die Möglichkeit einer zweiten Buße.</p></blockquote>
<blockquote><p><em>&#8220;Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die volle Erkenntnis der Wahrheit erlangt haben, so bleibt uns kein Opfer für Sünden mehr übrig, sondern wir haben ein schreckliches Gericht und brennendes Feuer zu erwarten, das die Widersacher verzehren soll.&#8221;</em> (Hebr 10,26-27).</p></blockquote>
<blockquote><p>Denn oft Buße zu tun, ist andererseits eine Übung im Sündigen, und infolge von Mangel an Selbstzucht die Neigung immer wieder nach der anderen Seite umzuschlagen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Trieb ist die Bewegung des Denkens zu etwas hin oder von etwas weg. Leidenschaft dagegen ist ein übermäßiger oder das vernünftige Maß überschreitender Trieb oder ein von der Vernunft sich losreißender oder ihr ungehorsamer Trieb. Die Leidenschaften sind also eine naturwidrige Bewegung der Seele entsprechend einem Ungehorsam gegen die Vernunft.</p></blockquote>
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		<title>Irenäus von Lyon: Contra Haereses</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 11:13:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hildibod</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apologetik]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Liturgie]]></category>
		<category><![CDATA[Systematische theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Im letzten Artikel habe ich bereits schon über den Heiligen Bischof Irenäus von Lugdunum (Lyon) geschrieben. Hier möchte ich mich auf sein Hauptwerk Contra Haereses (Gegen die Häresien) konzentrieren. Contra Haereses richtet sich gegen den Irrglauben des Gnostizismus, welcher sich damals um 200 AD in Gallien und dem Rest Europas ausbreitete. Obwohl der Heilige Irenäus [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=soulshappiness.ch&amp;blog=1863175&amp;post=1426&amp;subd=soulshappiness&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-1427" title="Irenaeus" src="http://soulshappiness.files.wordpress.com/2010/10/irenaeus.jpg?w=237&#038;h=300" alt="" width="237" height="300" />Im letzten Artikel habe ich bereits schon über den Heiligen Bischof Irenäus von Lugdunum (Lyon) geschrieben. Hier möchte ich mich auf sein Hauptwerk <em>Contra Haereses</em> (Gegen die Häresien) konzentrieren. <em>Contra Haereses</em> richtet sich gegen den Irrglauben des Gnostizismus, welcher sich damals um 200 AD in Gallien und dem Rest Europas ausbreitete. Obwohl der Heilige Irenäus im lateinisch sprechenden Teil des Römischen Reiches lebte, verfasste er seine Werke in griechisch &#8211; seiner Muttersprache. Jedoch sind uns lediglich lateinische Versionen erhalten geblieben.</p>
<p>Contra Haereses ist eine Abhandlung in fünf Büchern über &#8220;die Erkennung und den Sturz der sogenannten Gnosis&#8221;. Diese Bücher enthalten eine profunde Darstellung nicht nur der Gnosis in ihren verschiedenen Formen, sondern auch der wichtigsten Häresien, die in den verschiedenen christlichen Gemeinden entstanden waren, und stellt somit eine wertvolle Quelle für Informationen über die älteste kirchliche Literatur von ihren Anfängen bis zum Ende des zweiten Jahrhunderts dar. In der Widerlegung der häretischen Systeme zeigt Irenäus häufig die gegensätzliche wahre Lehre der Kirche auf und liefert auf diese Weise positive und sehr frühe Beweise für die katholische Lehre von hoher Bedeutung. So gewichtig ist <em>Contra Haereses</em>, dass seine Abschnitte über den Ursprung des Evangeliums nach Johannes, die heilige Eucharistie und das Primat der römischen Kirche oft und ausführlich von Theologen und polemischen Schriftstellern kommentiert wurde.</p>
<p><span id="more-1426"></span>Schon allein die Eröffungssätze zeigen, dass diese Abhandlung auch heute noch nichts von ihrer Aktualität verloren haben &#8211; wahrscheinlich ist sie in diesem dunklen Zeitalter nötiger als in den letzten 1000 Jahren.</p>
<blockquote><p>Es gibt Leute, welche die Wahrheit aus dem Hause schicken, die Lüge aber hereinrufen und endlose Stammtafeln erdenken, die mehr Klügeleien fördern, wie der Apostel sagt, als göttliche Erbauung im Glauben. Durch Scheingründe, die sie geschickt zusammenstellen, verführen sie die Halbgebildeten und nehmen sie gefangen, indem sie des Herrn Worte fälschen und schlechte Deuter seiner guten Reden werden. So bringen sie viele auf Irrwege und unter dem Deckmantel der Wissenschaft, Gnosis genannt, als ob sie etwas Höheres und Größeres zu zeigen hätten als den, der Himmel und Erde gemacht hat und alles, was darin ist, lenken sie viele ab von dem Urheber der Ordnung und Schönheit des Weltalls. Wie Ratgeber leiten sie durch kunstvolle Worte die Harmlosen auf den Weg des Suchens und stürzen sie ratlos ins Verderben, bis diese zur Gottlosigkeit und Lästerung gegen den Welterbauer gelangt sind und die Lüge von der Wahrheit nicht mehr zu unterscheiden vermögen. Die Lüge zeigt sich nämlich nicht als solche und läßt sich nicht in ihrer Nacktheit erblicken; geschickt versteht sie es, sich in ein ehrbar Gewand zu kleiden, um nach außen für die urteilslose Menge wahrer zu erscheinen als die Wahrheit selber.</p></blockquote>
<h3>Erstes Buch</h3>
<p>Irenäus widmet sich in seinem ersten Buch mit dem Glaubenssystem und der Moral der Valentinianer und anderer gnostischer Herätiker, und zeigt, wie diese ihre Lehren aus der Heiligen Schrift rechtfertigen wollen. Mir kommt es an vielen Stellen so vor, als ob er gar mit Protestanten, insbesondere Calvinisten, streiten würde. Wahrscheinlich hatten auch die Calvinisten des 16. Jahrhunderts das Gefühl. Weshalb sonst schändeten sie sein Grab? Anmerken will ich hier, dass <em>Contra Haereses</em> sehr viel mit meiner Bekehrung zum wahren Glauben zu tun hatte. Wo bleibt denn hier die protestantische Irrlehre von Sola Scriptura?</p>
<blockquote><p>Seelisch aber werden erzogen die seelischen Menschen, die auf ihre Werke und den schlichten Glauben bauen und keine vollkommene Erkenntnis besitzen. Das sind wir von der Kirche, denen allerdings zur Seligkeit gute Werke notwendig sind. Sie (die Gnostiker) aber werden nicht durch die Werke, sondern durch ihre geistige Natur auf jeden Fall selig. Wie nämlich das Materielle unmöglich selig werden kann, weil es der Seligkeit nicht fähig ist, so kann das Geistige — was sie selber sind — nicht verdammt werden, wie auch immer seine Taten waren.</p></blockquote>
<p>Vor allem der letzte Satz erinnert stark an die calvinistische Doktrin der &#8220;Beharrlichkeit der Heiligen&#8221;, wonach ein Mensch, nachdem er einmal durch seinen Glauben gerettet ist, diese Erettung niemals mehr verlieren kann. Wozu dieser Glauben im damaligen Römischen Reich führte zeigt Irenäus wenn er schreibt:</p>
<blockquote><p>Daher tun denn auch die Vollkommensten von ihnen alles Verbotene ohne Scheu (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Parallelen zum Gnostizismus finden sich auch in der calvinistischen Doktrin der &#8220;Bedingungslosen Erwählung&#8221;, welche besagt, dass Gottes Erwählung derjenigen die er erretten will, aus der Ewigkeit heraus stammt und nicht auf deren Tugend, Werken oder Glauben basiert. Vielmehr sei diese Wahl unbedingt und allein durch seinen unergründlichen Willen und seiner Gnade getroffen worden.</p>
<blockquote><p>sich selbst aber überheben sie, indem sie als die Vollkommenen sich bezeichnen und den Samen der Auserwählung. Wir sollen die Gnade nur zum Gebrauch erhalten und danach wieder verlieren, sie wollen die Gnade von oben her aus der unaussprechlichen und unnennbaren Verbindung als ihr Eigentum in Besitz haben</p></blockquote>
<p>Interessanterweise scheut Irenäus auch nicht davor zurück den Ursprung aller Sekten zu benennen: Simon von Samaria, von dem das erste Mal in der Apostelgeschichte 8, 9-25 zu lesen ist.</p>
<h3>Zweites Buch</h3>
<p>Im zweiten Buch erklärt Irenäus den wahren christlichen Glauben in seinen reichen Facetten. So zeugt er davon, dass die Heiligste Dreifaltigkeit ein Gott allein ist und er es ist, der allein die Welt schuf. Über das irdische Leben Jesu Christi schreibt Irenäus, dass er doch gekommen sei, um alle zu retten. Alle, die durch ihn für Gott wiedergeboren werden, die Säuglinge und die Kleinen, die Kinder, die Jünglinge und die Greise, indem er ihnen das Vorbild der Frömmigkeit, der Gerechtigkeit und des Gehorsams gab, ihnen ein Vorbild wurde und sie für den Herrn heiligte.</p>
<p>Ein Kapitel, welches mich mithin am stärksten beeindruckt hat, ist jenes über die &#8220;Vernünftige Weltbetrachung&#8221; (Kapitel 25). So schreibt Irenäus:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Über Gott Untersuchungen anzustellen auf Grund der Zahlen, Buchstaben und Silben, das ist etwas ganz Unzuverlässiges wegen ihrer vielfachen und verschiedenen Bedeutung. Auf diese Art könnte heute noch einer jeden Beweis führen mit den Zeugnissen, die der Wahrheit ins Gesicht schlagen, weil sie sich eben nach vielen Richtungen gebrauchen lassen. Die Zahlen selbst und alles Erschaffene müssen auf den wahren inneren Grund zurückgeführt werden. Nicht ist die Lehre aus den Zahlen, sondern die Zahlen sind aus der Lehre zu entnehmen; nicht resultiert Gott aus dem Erschaffenen, sondern das Erschaffene aus Gott. Denn alles stammt von ein und demselben Gott.</p>
<p>Die mannigfache Verschiedenheit aber der erschaffenen Dinge läßt sich so erklären: In Bezug auf die ganze Schöpfung sind alle passend und wohlgeordnet, zueinander jedoch sind sie entgegengesetzt und nicht passend, so wie der Klang der Zither durch den Unterschied der verschiedenen Töne eine schöne Melodie hervorbringt, die aus vielen und entgegengesetzten Tönen besteht. Wer also die Wahrheit liebt, darf sich durch den Unterschied der verschiedenen Töne nicht verleiten lassen, für diese verschiedene Künstler und Urheber anzunehmen, so daß der eine die hohen, der andere die tiefen, der dritte die mittleren Töne gemacht habe, sondern ein und derselbe hat das ganze weise Werk schön und richtig, gut und prächtig hergestellt. Wer nun ihren Klang hört, der muß den Künstler loben und preisen, bei dem einen die Kraft bewundern, bei dem andern auf die Weichheit des Tones achten, bei dem dritten die Mischung von Kraft und Weichheit heraushören, ein andermal wieder die besondere Art und Bedeutung erwägen und ihre Ursachen aufsuchen. So wird man nie von der gegebenen Lehre abweichen, noch an dem Künstler irre werden, noch den Glauben an den einen Gott verwerfen, der alles gemacht hat, noch unsern Schöpfer lästern.</p>
<p>Sollte einer aber auch nicht von allem, was er sucht, die Ursache finden, so möge er bedenken, daß er ein Mensch ist, der unendlich kleiner ist als Gott, nur stückweise die Gnade empfangen hat und seinem Schöpfer noch nicht gleich oder ähnlich ist und demgemäß nicht die Erfahrung oder Einsicht haben kann wie Gott. Um wieviel der Mensch von heute, der eben geworden ist, kleiner ist als der Unerschaffene und Unveränderliche, um soviel muß er auch an Wissenschaft und Kenntnis der innern Gründe aller Dinge kleiner sein als der Schöpfer. Nicht unerschaffen bist du, o Mensch, und lebtest nicht von Ewigkeit mit Gott, wie es dem Worte zukommt, sondern wegen seiner überströmenden Güte hast du jetzt einen Anfang genommen und lernst von seinem Worte den Heilswillen Gottes, der dich erschaffen.</p>
<p>Halte also Ordnung in deinem Wissen und erhebe dich nicht über Gott selbst, indem du verkennst, was dir gut ist, denn du kannst ihn nicht übersteigen! Suche auch nicht, was über dem Demiurgen ist, denn du wirst es nicht finden! Unergründlich nämlich ist dein Schöpfer und über ihn hinaus sollst du keinen andern Vater dir erdenken, gleich als ob du diesen gänzlich durchmessen und seine Schöpfung durchwandert und seine Tiefe und Breite und Länge erfaßt hättest. Du wirst keinen über ihm dir erdenken können, sondern gegen die Natur denkend, wirst du unvernünftig werden und, wenn du darin verharrst, in Wahnsinn versinken, weil du dich für besser und höher hieltest als deinen Schöpfer, wähnend, daß du seine Reiche durchwandert hättest.</p></blockquote>
<p>Besonders im zweiten Abschnitt treffen wir auf eine Weltsicht, welche sich im Mittelalter durch die Philosophie des heiligen Thomas von Aquin als Thomismus dauerhaft etablieren sollte. Es ist die Überzeugung, dass alle Wahrheit in einem einzelnen Gedankengut vereinigt sei, und dass diese Wahrheit schlussendlich auf den Autor aller Wahrheit hin weisen sollte. Insofern als Wissenschaft nach der Wahrheit sucht, muss die gefundene Wahrheit notwendigerweise mit anderen existierenden Wahrheiten vereinbar sein. Somit wird Wissenschaft zu einem holistischen System der Wahrheitsfindung. Heute hingegen herrscht ein eher segmentierter und aufgeteilter Ansatz vor (wir lernen Mathematik, Physik, Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Biologie, etc. getrennt von einander).</p>
<p>Und wieder greift Irenäus das begrenzte Wesen des Menschen auf wenn er schreibt:</p>
<blockquote><p>Wie, wenn wir versuchen wollten, die Ursache der Überschwemmungen des Nils zu erklären? Wir können zwar viel darüber reden, Wahrscheinliches vielleicht und Unwahrscheinliches, was aber davon wahr, sicher, zuverlässig ist, weiß allein Gott. Auch die Wohnung der Zugvögel, die im Frühling zu uns kommen und im Herbste fortziehen, entgeht unserer Kenntnis und gehört doch zu dieser Welt. Des Ozeans Ebbe und Flut hat seine bestimmte Ursache gewiß, doch wer möchte sie angeben oder erzählen, was jenseits des Ozeans ist? Was können wir sagen über die Ursache des Regens, des Blitzes, des Donners, der Wolken, des Nebels, der Winde u. a. m., über die Schatzkammern des Schnees und des Hagels und was damit verwandt ist? Wie sammeln sich die Wolken, und wie kommt der Nebel zustande? Warum nimmt der Mond ab und zu? Warum sind Wasser, Metalle und anderes derart verschieden? Indem wir die Ursachen dieser Dinge suchen, können wir zwar vielerlei schwätzen, die Wahrheit aber ist allein bei Gott, der sie gemacht hat.</p></blockquote>
<p>Gegen Ende des zweiten Buches findet man einen weiteren kleinen Schatz &#8211; ein irenäisches Glaubensbekenntnis.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Nur einer ist Gott und Schöpfer, er, der über alle Hoheit und Macht und Herrschaft und Kraft erhaben ist; er ist der Vater, er der Gott, er der Schöpfer, der Urheber, der Bildner, der durch sich selbst, d. h. durch sein Wort und durch seine Weisheit, Himmel und Erde und Meere und alles, was in ihnen ist, gemacht hat. Er ist der Gerechte und Gute, der den Menschen gebildet hat, der das Paradies gepflanzt hat, der die Welt erschaffen und die Sintflut gesandt hat, der den Noe gerettet hat. Er ist der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, der Gott der Lebenden, den das Gesetz verkündet, die Propheten verheißen, Christus offenbart, die Apostel predigen, die Kirche bekennt. Er ist durch sein Wort, welches sein Sohn ist, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, durch ihn offenbart und zeigt er sich allen, denen er sich offenbart, denn es erkennen ihn die, denen der Sohn es offenbart hat. Indem aber der Sohn gleich ewig mit dem Vater ist, offenbart er immer und von Anbeginn den Vater den Engeln und den Erzengeln und den Mächten und Kräften und allen, denen Gott es offenbaren will.</p></blockquote>
<h3>Drittes Buch</h3>
<p>Nun widmet sich Irenäus der Tatsache, dass der wahre Glaube aus der Tradition der Kirche heraus stammt. Diese Kirche fusst auf den Aposteln. Was sie zuerst gepredigt und dann nach dem Willen Gottes uns schriftlich überliefert haben, sollte das Fundament und die Grundsäule unseres christlichen Glaubens werden. Die wahre apostolische Tradition und Glaubenspredigt selbst ist erhalten in,</p>
<blockquote><p>der größten und ältesten und allbekannten Kirche, die von den beiden ruhmreichen Aposteln Petrus und Paulus zu Rom gegründet und gebaut ist, (&#8230;), wie sie durch die Nachfolge ihrer Bischöfe bis auf unsere Tage gekommen ist. So widerlegen wir alle, die wie auch immer aus Eigenliebe oder Ruhmsucht oder Blindheit oder Mißverstand Konventikel gründen. <em>Mit der römischen Kirche nämlich muß wegen ihres besonderen Vorranges jede Kirche übereinstimmen, d. h. die Gläubigen von allerwärts, denn in ihr ist immer die apostolische Tradition bewahrt von denen, die von allen Seiten kommen</em>.</p>
<p>Nachdem also die seligen Apostel die Kirche gegründet and eingerichtet hatten, übertrugen sie dem Linus den Episkopat zur Verwaltung der Kirche. Diesen Linus erwähnt Paulus in seinem Briefe an Timotheus. Auf ihn folgt Anacletus. Nach ihm erhält an dritter Stelle den Episkopat Klemens, der die Apostel noch sah und mit ihnen verkehrte.</p></blockquote>
<p>Auf Clemens I. (der Autor des Clemensbriefes) folgten, die Bischöfe Evaristus, Alexander I., Sixtus I., Teleyhorus, Hyginus, Pius I., Anicet, Soter, Eleutherus und alle nachfolgenden Bischöfe von Rom als Päpste des Christentums. Wenn Menschen heute verzweifelt ein Leben lang nach der Wahrheit suchen, so sagt der heilige Irenäus ihnen einfach:</p>
<blockquote><p>Ohne Mühe kann man sie von der Kirche in Empfang nehmen. In sie haben die Apostel wie in eine reiche Schatzkammer auf das vollständigste alles hineingetragen, was zur Wahrheit gehört, so daß jeder, der will, aus ihr den Trunk des Lebens schöpfen kann. Sie ist der Eingang zum Leben; alle übrigen sind „Räuber und Diebe“. Diese muß man deshalb meiden, alles aber, was zur Kirche gehört, auf das innigste lieben und die Überlieferung der Wahrheit umklammern. Sollte jedoch über eine unbedeutende Frage ein Zwiespalt entstehen, dann muß man auf die ältesten Kirchen zurückgehen, in denen die Apostel gewirkt haben, und von ihnen die klare und sichere Entscheidung über die strittige Frage annehmen. Hätten nämlich die Apostel nichts Schriftliches uns hinterlassen, dann müßte man eben der Ordnung der Tradition folgen, die sie den Vorstehern der Kirchen übergeben haben.</p>
<p>Diese Anordnung befolgen viele Barbarenvölker, die an Christum glauben. Ohne Papier und Tinte haben sie ihr Heil durch den Heiligen Geist in ihren Herzen geschrieben, und sorgfältig bewahren sie die alte Tradition.</p></blockquote>
<p>In den hinteren Kapiteln dieses Buch beschäfftigt sich Irenäus mit christologischen Fragen. So schreibt er, dass Christus kämpfte und siegte, denn er war der Mensch, der für seinen Vater focht und durch seinen Gehorsam den Ungehorsam aufhob, der den Starken band (Matthäus 12,29) und die Schwachen löste und so Erlösung brachte, indem er die Sünde vernichtete. So näherte und vereinte Jesus den Menschen mit Gott. Er musste nämlich als Mittler zwischen Gott und den Menschen kraft seines Verhältnisses zu beiden in Freundschaft und Eintracht beide zusammenführen und die Menschen Gott nahe bringen und die Menschen mit Gott bekannt machen. Zu vorderen Zeiten hatte der Mensch von Gott zwar das Gesetz erhalten, da nämlich „das Gesetz geistig war“, offenbarte es nur die Sünde, hob sie aber nicht auf, weil die Sünde nicht über den Geist, sondern über den Menschen herrschte. Denn der Mensch war von der Sünde in die Knechtschaft geschleppt und wurde vom Tod festgehalten. Daher musste die Sünde von einem Menschen überwunden werden, damit der Mensch des Todes ledig würde.</p>
<h3>Viertes Buch</h3>
<p>In den Kapiteln des vierten Buchs befasst sich Irenäus mit der Apologetik des christlichen Glaubens und dessen Eschatologie. Und wenn er hier über den göttlichen Heilsplan schreibt, so findet man doch keine Anhaltspunkte für das Gedankengut der Reformation aus dem 16. Jahrhundert. Wenn nun der Herr sagt: <em>&#8220;Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt&#8221;</em> (Johannes 15,16), so erklärt Irenäus: Nicht sie verherrlichten ihn, indem sie ihm folgten, sondern dadurch, dass sie dem Sohne Gottes folgten, wurden sie von ihm verherrlicht.</p>
<p>Die Opfergabe der Kirche, welche Gott in der Messe in der gesamten Welt dargebracht wird, ist bei Gott als reines Opfer angesehen und ihm angenehm, nicht als ob er ein Opfer von uns gebrauchte, sondern weil der, welcher es darbringt, selbst verherrlicht wird durch das, was er darbringt, wenn seine Gabe angenommen wird. Die Gnostiker jedoch sahen, genauso wie reformierte und baptistische Protestanten, das Brot und den Wein nicht als Leib und Blut Christi an. Die Lehre der wahren Kirche aber</p>
<blockquote><p>stimmt mit der Eucharistie überein, und die Eucharistie wiederum bestätigt unsere Lehre. Von dem Seinigen nämlich opfern wir ihm, indem wir geziemenderweise die unauflösliche Einheit von Fleisch und Geist verkünden. Denn wie das von der Erde stammende Brot, wenn es die Anrufung Gottes empfängt, nicht mehr gewöhnliches Brot ist, sondern die Eucharistie, die aus zwei Elementen, einem irdischen und einem himmlischen besteht, so gehören auch unsere Körper, wenn sie die Eucharistie empfangen, nicht mehr der Verweslichkeit an, sondern haben die Hoffnung auf Auferstehung.</p></blockquote>
<p>Sein Urteil über solche ist eindeutig:</p>
<blockquote><p>Deswegen muß man auch den Priestern der Kirche gehorchen, die, wie wir gezeigt haben, Nachfolger der Apostel sind. Sie haben mit der Nachfolge des Episkopats das sichere Charisma der Wahrheit nach dem Wohlgefallen des Vaters empfangen. Die anderen aber, die der apostolischen Nachfolge fernstehen und irgendwo zusammenkommen, muß man als Häretiker oder Irrlehrer betrachten, die sich von der Kirche aus Stolz oder Eitelkeit trennen, oder als Heuchler, die sich um Geld oder eitlen Ruhmes wegen mühen.</p></blockquote>
<p>Auch behandelte er die Frage des freien Willens schon 1300 Jahre bevor sie nochmals eifrig diskutiert wurde. Nach Irenäus hat Gott den Menschen im Anfang frei erschaffen, mit eigener Macht wie mit eigener Seele, sodass er mit freiem Willen ohne Zwang von Seiten Gottes Gottes Einsicht folgen sollte. Wären von Natur die einen gut, die anderen schlecht geworden, dann wären die Guten nicht lobenswert, da sie ja so gemacht worden sind, noch jene tadelnswert, da von ihnen das Gleiche gilt.</p>
<h3>Fünftes Buch</h3>
<p>Im letzten Buch wird nochmals auf die christliche Lehre aus den Briefen der Aposteln eingegangen. So heisst es zu Beginn nochmals, dass der gemischte Kelch und das zubereitete Brot das Wort Gottes aufnehmen und die Eucharistie zum Leib Christi wird. Desweiteren behandelt er in diesem Buch die leibliche Auferstehung der Toten, die Wirksamkeit des Heiligen Geistes im Menschen und wieder die Wahrheit der apostolischen Tradition, mit welcher ich diesen Artikel auch abschliessen möchte:</p>
<blockquote><p>Sind sie doch alle viel später als die Bischöfe, denen die Apostel die Kirchen übergeben haben, was wir im dritten Buche mit aller Sorgfalt nachwiesen. Da nun also die genannten Häretiker für die Wahrheit blind sind, so schweifen sie immer auf andere Wege ab, und ohne Sinn oder Zusammenhang sind die Spuren ihrer Lehre. Der Pfad derer aber, die zur Kirche gehören, führt um die ganze Welt herum; er hat die feste, apostolische Tradition und läßt uns erkennen, daß aller Glaube ein und derselbe ist: alle bekennen ein und denselben Gott Vater, alle glauben an dieselbe Ordnung der Menschwerdung des Sohnes Gottes, wissen von ebenderselben Gabe des Geistes, beobachten ebendieselben Gebote und bewahren ebendieselbe Form der kirchlichen Verfassung, erwarten ebendieselbe Ankunft des Herrn und erhoffen ebendieselbe Heiligung des ganzen Menschen, d. h. des Leibes und der Seele. Wahr und fest ist die Predigt der Kirche; ein und derselbe Weg zum Heil wird in der gesamten Welt gewiesen. Ihr ist das Licht Gottes anvertraut, und deshalb wird die Weisheit Gottes, die alle Menschen rettet, ,,an dem Ausgang besungen, und auf den Straßen wirkt sie mit Zuversicht, oben auf den Mauern wird sie gepriesen, an den Toren der Stadt redet sie ständig“. Überall nämlich predigt die Kirche die Wahrheit, sie ist der siebenarmige Leuchter, der Christi Licht trägt.</p></blockquote>
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	</item>
		<item>
		<title>Irenäus von Lyon: Demonstratio apostolicae praedicationis</title>
		<link>http://soulshappiness.ch/2010/10/17/irenaus-von-lyon-demonstratio-apostolicae-praedicationis/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 10:04:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hildibod</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apologetik]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Systematische theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Irenäus von Lyon (* um 135 in Kleinasien, † um 202 ) war Bischof in Lugdunum in Gallien (dem heutigen heute Lyon in Frankreich). Er gilt als bedeutendster Theologe des 2. Jahrhunderts. Irenäus (griech. der Friedliche) war Grieche und wuchs als Schüler des Bischofs Polykarp in Smyrna in Kleinasien auf. Polykarp seinerseits soll wiederum Schüler [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=soulshappiness.ch&amp;blog=1863175&amp;post=1414&amp;subd=soulshappiness&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1415 alignright" title="Sancti Irenaei Episcopi Lugdunensis, 135 - 202 AD" src="http://soulshappiness.files.wordpress.com/2010/10/irenaus_von_lyon.jpg?w=600" alt=""   />Irenäus von Lyon (* um 135 in Kleinasien, † um 202 ) war Bischof in Lugdunum in Gallien (dem heutigen heute Lyon in Frankreich). Er gilt als bedeutendster Theologe des 2. Jahrhunderts.</p>
<p>Irenäus (griech. der Friedliche) war Grieche und wuchs als Schüler des Bischofs Polykarp in Smyrna in Kleinasien auf. Polykarp seinerseits soll wiederum Schüler und Jünger des Apostels und Evangelisten Johannes gewesen sein. Als Glaubensbote nach Gallien gekommen, arbeitete er als junger Mann in Lugdunum (Lyon) in einer Kolonie kleinasiatischer Händler. Während der Regierungszeit des Kaisers Marc Aurel wurde er Presbyter von Lyon. Als Angehöriger der Minderheit der Christen sah er sich mit seiner Gemeinde immer wieder heftigen Verfolgungen ausgesetzt. Wegen der Angelegenheit des häretischen Montanismus&#8217; sandte ihn Bischof Pothinus von Lyon etwa um 177 AD nach Rom. Diese Reise bewahrte Irenäus vor dem Märtyrertod, den viele lyoner Christen in seiner Abwesenheit erlitten &#8211; unter ihnen auch der Bischof. Nach seine Rückkehr wurde er selbst zum Bischof von Lyon ernannt. Im &#8220;Osterfeststreit&#8221; mahnte er Papst Viktor I., der die Kleinasiaten wegen ihres Ostertermins exkommuniziert hatte, mit Hinweis auf die Geschichte zum Frieden und machte so seinem Namen Ehre. Auf Irenäus, der auch ein bedeutender Kirchenschriftsteller war, geht die Missionierung weiter Teile Ostgalliens zurück. Er starb laut Überlieferung um 202 unter dem römischen Kaiser Lucius Septimius Severus als Märtyrer. Er wurde in der Krypta der Kirche des Heiligen Johannes in Lyon begraben, die später in St. Irenäus umbenannt wurde. Sein Grab und seine Reliquien wurden 1562 von Calvinisten zerstört.</p>
<p><span id="more-1414"></span>Sein Werk, <em>Demonstratio apostolicae praedicationis</em> (Erweis der apostolischen Verkündigung), ist zunächst an seinen geliebten Glaubensbruder Marcianus gerichtet und beginnt mit der Feststellung, dass allein der Wandel im Dienste Gottes zum ewigen Leben führt. Gleichwohl betet Irenäus dafür, dass Marcianus den Glauben unerschrocken bewahren und dadurch Gott gefallen möge.</p>
<p>So schreibt Irenäus, dass wir treu an der Regel des Glaubens festhalten und die Gebote Gottes erfüllen müssen &#8211; vom Glauben an Gott geleitet und aus Furcht vor ihm, weil er der Herr ist, gleichzeitig aus Liebe zu ihm, weil er ein Vater ist. Da der Glaube die Bürgschaft für unser Heil ist, so ist es unsere ehrenvolle Pflicht, auf dieses Heilmittel viele Sorgfalt zu verwenden, um die Wahrheit zu erkennen.</p>
<blockquote><p>Der Glaube bewirkt dies in uns, wie uns die Alten, die Schüler der Apostel, überliefert haben. Zuvörderst mahnt er uns zu gedenken, daß wir die Taufe zur Nachlassung der Sünden im Namen Gottes des Vaters empfangen haben, und im Namen Jesu Christi, des Sohnes Gottes, der einen Leib angenommen hat, gestorben und von den Toten auferstanden ist, und im heiligen Geist Gottes, und daß diese Taufe das Siegel des ewigen Lebens und der Wiedergeburt in Gott ist, so daß wir nicht mehr Kinder der sterblichen Menschen, sondern des ewigen, immerwährenden Gottes sind.</p></blockquote>
<h3>Die geistige Harmonie der christlichen Glaubenslehre</h3>
<p>Im Anfang steht bei Irenäus die Schöpfung der Welt durch den Allmächtigen. So schrieb er:</p>
<blockquote><p>Das Gewordene muß von einer großen Ursache den Anfang zum Werden genommen haben. Der Anfang von allem ist Gott. Er wurde nicht von irgend etwas, aber alles wurde von ihm. Deshalb muß man zuvörderst würdig bekennen, daß ein Gott und Vater ist, der alles schuf und ordnete, der das Nichtseiende ins Dasein rief, der, alles umfassend, selbst unermeßlich ist. Unter dem All ist aber auch diese unsere Welt enthalten und auf der Welt der Mensch. So ist auch unsere Welt von Gott erschaffen.</p></blockquote>
<p>Der Glaube selbst basiert auf drei Hauptstücken: dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Diejenigen, welche den Heiligen Geist empfangen haben und in sich tragen, werden zum Wort, das heisst zum Sohn geführt. Der Sohn wiederum führt sie zum Vater und der Vater macht sie der Unvergänglichkeit teilhaft. Christus vereinigte den Menschen mit Gott und stellte zwischen Gott und dem Menschen die Gemeinschaft und Eintracht wieder her, welche durch den Sündenfall im Garten Eden verloren ging. Das Wort wurde Fleisch, damit der Leib, durch welchen die Sünde zur Herrschaft gelangt war, Besitz genommen und gewaltet hatte, durch ebendasselbe bezwungen, auch in uns ein anderer sei.</p>
<h3>Beweis der Wahrheit der Offenbarungslehre aus dem äusseren Zeugnis der heilsgeschichtlichen Tatsachen</h3>
<blockquote><p>Und daß die Menschen nicht nach den vielen Verordnungen des Gesetzes, sondern gemäß der Einfalt des Glaubens und der Liebe zum Heil gelangen sollten, spricht Isaias so aus: „Ein kurzes und bündiges Wort mit Gerechtigkeit. Denn ein kurzes Wort wird der Herr vollführen auf der ganzen Erde“. Deswegen sagt der Apostel Paulus: „Die Erfüllung des Gesetzes ist die Liebe“, denn derjenige, welcher Gott liebt, hat auch das Gesetz erfüllt. Ja als der Herr gefragt worden war, welches das erste Gebot sei, hat auch er gesagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen und aus allen Kräften; und das zweite ist diesem gleich, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten“, sagt er, „hängt das ganze Gesetz und die Propheten“.</p></blockquote>
<p>Die Erlösten will Gott nicht mehr dem Gesetz des Mose unterstellen, denn das Gesetz ist von Christus erfüllt worden, sondern durch den Glauben an den Sohn Gottes und die Liebe zu ihm sollen sie leben in der neuen Ordnung des Lebens. Und das dieser Glaube nicht an Nationalität, Kultur, Hautfarbe oder Sonstiges gebunden ist, wissen wir, so Irenäus, vom Propheten Jesaja, der uns die Worte Gottes gegen die Götzendiener sagt: <em>&#8220;Ich wäre zu erreichen gewesen für die, </em><em>die nicht nach mir fragten, ich wäre zu finden gewesen für die, die nicht nach mir suchten. Ich sagte zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief: Hier bin ich, hier bin ich.&#8221;</em> (Jesaja 65,1). Die Berufung dieses Volkes, die heilige Gemeinde zu werden, wird im Zwölfprophetenbuch durch Hoseas so verkündet: <em>&#8220;Ich habe Erbarmen mit Lo-Ruhama (Kein Erbarmen) und zu Lo-Ammi (Nicht mein Volk) sage ich: Du bist mein Volk!, und er wird sagen: (Du bist) mein Gott!&#8221;</em> (Hosea 2,24). Das hat auch Johannes der Täufer gesagt, als er sprach: <em>&#8220;Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen&#8221;</em> (Matthäus 3,9). Denn nachdem unsere Herzen vom steinernen Dienst losgerissen sind, schauen sie vom Glauben getragen Gott und werden Kinder Abrahams, der durch den Glauben gerechtfertigt wurde. Deshalb spricht Gott durch den Propheten Ezechiel: <em>&#8220;Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt. Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gab. Ihr werdet mein Volk sein und ich werde euer Gott sein&#8221;</em> (Ezechiel 26-28).</p>
<blockquote><p>Die neue Berufung hatte eine Umwandlung der Herzen unter den Heiden durch das Wort Gottes zur Folge, als er Mensch wurde, und unter den Menschen wohnte, wie sein Jünger Johannes sagt: „Und sein Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“. Daher bringt die Kirche so zahlreiche Früchte der Rettung hervor, denn nicht Moses als Fürsprecher noch der Bote Elia, sondern der Herr selbst hat uns Rettung gebracht, zahlreiche Kinder der Kirche schenkend, der Gemeinde der Erstlinge, wie es Isaias mit den Worten verkündigte: „Freue dich, Unfruchtbare, die du nicht geboren hast.“ Die Unfruchtbare ist die Kirche, die in der Vorzeit niemals Söhne Gottes sichtbar hervorbrachte. „Rufe laut und jauchze, die du nie Geburtswehen hattest, denn die Söhne der Verlassenen sind zahlreicher als die derjenigen, welche einen Mann hat“. Und einen Mann hatte die alte Gemeinschaft: das Gesetz.</p></blockquote>
<p>Nun aber ist Jesus Christus der Bräutigam der Kirche.</p>
<p>Irenäus schliesst seinen Brief an Marcianus mit den Worten:</p>
<blockquote><p>Das ist, Geliebter, die Predigt der Wahrheit, das ist die Art und Weise unserer Erlösung, das ist der Weg des Lebens. Ihn haben die Propheten angekündigt, ihn hat Christus bestätigt, ihn haben die Apostel bekannt gemacht und die Kirche hat ihn ihren Kindern auf der ganzen Welt eröffnet. Dies Gut ist mit aller Sorgsamkeit zu bewahren, mit lauterem Willen und Gottgefälligkeit, mit guten Werken und lauterem Streben der Sitten.</p></blockquote>
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